62. Städtetag: „Gemeinsam statt einsam - Zukunft Stadtregion“
62. Städtetag: „Gemeinsam statt einsam - Zukunft Stadtregion“
Dornbirn (OTS) – Aufgeteilt auf vier Arbeitskreise setzten heute die TeilnehmerInnen den 62. Österreichischen Städtetag in Dornbirn fort. Der dritte Arbeitskreis widmete sich dem Thema „Stadtregion“. Unter dem Motto „Gemeinsam statt einsam – Zukunft Stadtregion“ diskutierten namhafte Experten über den Prozess der Verstädterung und die Siedlungsentwicklung der letzten Jahrzehnte. Die Podiumsdiskutanten waren sich einig: Der Zuzug in die Städte ist österreichweit nicht mehr aufzuhalten. Städte wachsen und verschmelzen zunehmend mit ihrem Umland. Der Begriff „Stadtregion“ rückt nun vermehrt ins Zentrum der Öffentlichkeit.
„Dennoch fehlt ein stadtregionales Bewusstsein“, so Alexandra Schantl vom KDZ - Zentrum für Verwaltungsforschung, die auch auf die fehlende gesamtstaatliche Agglomerationspolitik verwies. „Politisches Lobbying bei Bund und Ländern mit einem direkten Bezug zu Stadtregionen ist enorm wichtig“, so Schantl. Aus diesem Grund wurde auf Initiative des Österreichischen Städtebundes die „Kooperationsplattform Stadtregion“ aus der Taufe gehoben, die eine gemeinsame Stoßrichtung ermöglichen und seinen Mitgliedern in den aktuellen Prozessen rund um Kooperationen, Fusionen und neuen regionalen Governancemodellen beratend zur Seite stehen soll. Um die Kooperationsplattform richtig zu positionieren wurden dazu im Vorfeld Städte und Gemeinden befragt: Erwartet werden der interkommunale Austausch, die Vernetzung, eine gemeinsame Interessensvertretung auch in finanziellen Angelegenheiten und Best-Practice Modelle.
Der Speckgürtel wächst
Stadtregionen stehen in nächster Zukunft vor großen Herausforderungen – im Mittelpunkt dabei sind vor allem eine geordnete und ressourceneffiziente Verkehrs- und Siedlungsentwicklung in Ballungszentren. Ein erhöhtes Verkehrsaufkommen und ein gesteigerter Bedarf an leistbaren Wohnungen sind ebenso brennende Themen.
Die Finanzierbarkeit stand ebenso im Mittelpunkt der Arbeitskreis-Diskussion: „Wenn es um das öffentliche Haushaltswesen geht, lautet unser Motto: So zentral wie notwendig, so dezentral wie nur möglich“, sagte Rupert Dworak, Bürgermeister von Ternitz, der sich für Gemeindekooperationen einsetzt, da sich Synergiepotenziale so besser nutzen lassen. „Zusammenlegungen sind eine große Chance für die Professionalisierung von Städten, wobei die Präferenzen der Bevölkerung nicht übergangen werden dürfen“, so Anton Matzinger vom Bundesministerium für Finanzen.
Auch die Gemeindereform in der Steiermark war Thema der gut besuchten Podiumsdiskussion. Bernd Rosenberger, Bürgermeister von Bruck an der Mur nahm Bezug auf das Projekt Regionext, bei dem Klein- und Großregionen mit genauen Aufgaben und Strukturen gegründet wurden. Die Gemeinden sollen hierbei nicht nur wirtschaftlicher und leistungsfähiger werden sondern: „Unser Ziel ist eine Reduktion auf 542 Gemeinden, die gemeinsame Verwaltungen und gemeinsame Infrastrukturen nützen.“
Einen Einblick in die Schweizer Agglomerationspolitik gab Michael Matthey, die bei unseren Nachbarn bereits vor 10 Jahren gestartet wurde und „maßgeblich für die soziale und kulturelle Entwicklung von Stadtregionen“ war.
Chancen für die Zukunft schaffen
Städte erfüllen eine Reihe von wichtigen Aufgaben, die auch für ihr wachsendes Umland von großer Bedeutung sind: Sie sichern Beschäftigung für EinpendlerInnen und werden so in ihrer Funktion als Impulsgeber vom Umland positiv wahrgenommen. Umgekehrt versorgt das Umland eine Stadt mit Arbeitskräften, Rohstoffen oder auch freien Flächen, zB Erholungsgebiet. Die Etablierung einer eigenen Agglomerationspolitik ist dringend nötig, um die Daseinsvorsorge weiterhin sicherzustellen und Pflege, Kinderbetreuung, Mobilität und die Bereitstellung von Arbeitsplätzen zu gewährleisten. Dabei lauten die angestrebten Reformschritte: Klare Aufgaben, faire Finanzen.
Weitere Informationen unter: www.staedtetag.at oder www.staedtebund.gv.at
Rückfragehinweis für Medien:
Mag.a Silvia Stefan-Gromen
Mediensprecherin
Österreichischer Städtebund
Rathaus, A-1082 Wien
Telefon: +43(0)1/4000-89983


