Österreichischer Städtebund



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Österreichs Städte und Gemeinden pfeifen auf Gewalt an Frauen!

 

Am 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, der jedes Jahr die „16 Tage gegen Gewalt"-Kampagne für die Anerkennung von Frauenrechten als Menschenrechte eröffnet, wurde in Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Neunkirchen, Salzburg, St. Pölten, St. Valentin (27. November), Villach, Wien und Wiener Neustadt von Männern und Frauen gemeinsam auf Gewalt gepfiffen. Die dazu verteilten Notrufpfeifen hatten den Aufdruck „Ich pfeif auf Gewalt“ und die Nummer der jeweils nächsten Helpline. Auf diese Art wies der Frauenausschuss des Österreichischen Städtebundes einmal mehr auf dieses erschreckende und traurige Thema hin und gleichzeitig auf die im Frauenausschuss verabschiedete Resolution „Gegen Gewalt an Frauen“.

In Wien gab es prominente Unterstützung seitens der Kabarettistin Andrea Händler, die auch eines der Testimonials der aktuellen Kampagne „Der richtige Standpunkt: Gegen Gewalt“ der Frauenabteilung der Stadt Wien ist. Frauenstadträtin und Vorsitzende des Frauenausschuss des Österreichischen Städtebundes, Sandra Frauenberger hisste gemeinsam mit ihr und der amtsführenden Stadträtin für Gesundheit und Soziales, Sonja Wehsely die Fahne von Terre des Femmes „Frei leben ohne Gewalt“ am Wiener Rathaus. Im Arkadenhof des Rathauses findet während der 16 Tage gegen Gewalt eine Ausstellung zur Kampagne „Der richtige Standpunkt: Gegen Gewalt" mit Informationen zum Gewaltschutz in Wien statt. Die im Frauenausschuss verabschiedete Resolution war Grundlage für einen Resolutionsantrag, der gemeinsam von allen vier Parteien im Gemeinderat eingebracht wurde.

In Graz wurden neben dem Verlesen aus der Resolution im Rahmen einer Pressekonferenz auch Tüten mit der Aufschrift „Gewalt kommt mir nicht in die Tüte“ mit Informationsmaterial verteilt. „Viele Grazerinnen und Grazer haben sich angeschlossen und mit ihrer Beteiligung gezeigt, dass Gewalt an Frauen ein nicht zu tolerierendes Unrecht ist!", so die Organisatorinnen des Pfeifkonzerts Frauenstadträtin Elke Edlinger und Unabhängige Frauenbeauftragte Maggie Jansenberger. Auch hier wird die Resolution in den nächsten Gemeinderat eingebracht. Innsbrucks Bürgermeisterin Hilde Zach rief ebenfalls am 25. November gemeinsam mit den Mitgliedern des Stadtsenats zum Pfeifkonzert auf.

In Klagenfurt marschierte man in einem Protestmarsch durch die Stadt und pfiff durch die Gassen der Lindwurmstadt auf Gewalt gegen Frauen. Besonders die mediale Abdeckung des Ereignisses war hier besonders gut, betonen Stadträtin Andrea Wulz und die Leiterin des Klagenfurter Frauenbüros Astrid Malle. Die Resolution wurde bereits im Frauenausschuss der Stadt und im Stadtsenat eingebracht und beschlossen.

In Neunkirchen hat Bürgermeisterin Margit Gutterding VertreterInnen des Kinderschutzzentrums, der Frauenberatung, des Frauenhauses Neunkirchen, der Pensionistenorganisationen, der Frauenorganisationen der politischen Parteien sowie alle interessierten Neukirchnerinnen und Neunkirchner eingeladen, ein Zeichen gegen die Gewalt zu setzen. Sie selbst schritt mit einem Megaphon voran und forderte alle PassantInnen auf, sich gegen Gewalt in jeder Form, sei es gegen Frauen, Kinder, seelisch oder körperlich, gegen Rassen, Religionen oder Weltanschauungen zu wenden.

Die Salzburger Plattform gegen Gewalt an Frauen, ein Zusammenschluss aus Frauen- und Männerberatungseinrichtungen sowie der Polizei hisste am Schloss Mirabell eine Fahne, begleitet von einem Pfeifkonzert auf dem Balkon des Schlosses. „Gerne machen wir an der österreichweiten Aktion mit. Gewalt an Frauen muss öffentlich gemacht und konkrete Hilfe angeboten werden“, so Bürgermeister Heinz Schaden.

In St. Pölten fand vor dem Rathaus die Kundgebung und Fahnenaktion statt. Mit der Veranstaltung „Ich pfeif´ auf Gewalt!“ setzte die Frauenplattform St. Pölten dieses Jahr ein besonders lautes und deutliches Zeichen. Kurze Stellungnahmen von VertreterInnen aus Politik, Justiz, Exekutive und Gewaltschutzeinrichtungen sowie die Verlesung der Resolution gegen Gewalt an Frauen verwiesen einmal mehr darauf, dass Gewalt an Frauen ein nicht zu tolerierendes Unrecht ist, dessen Beseitigung ein wichtiges gesellschaftliches Anliegen sein muss.

Ebenso wurden im niederösterreichischen St. Valentin vor dem Stadtamt die 16 Tage gegen Gewalt eingepfiffen bzw. die Fahne gehisst. Vizebürgermeisterin Kerstin Suchan begrüßte das Pfeifkonzert als Aktion der etwas anderen Art, um auf die immer noch vorhandenen Missstände aufmerksam zu machen.

Auf einen sehr erfolgreiche Aktion in Villach verweist die dortige Frauenbeauftragte Sigrun Taupe. Im Informationszelt am Hauptplatz, wo Frauen aller Villacher Fraueneinrichtungen vertreten waren, gab es einen sehr regen Zulauf und durchwegs Zustimmung sowohl von Frauen als auch Männern aller Altersgruppen. Es wurden Unterschriften für die Resolution gegen Gewalt gesammelt und knapp 500 Menschen haben unterschrieben. Die Resolution wird von Stadträtin Hilde Schaumberger am 11. Dezember in die nächste Sitzung des Gemeinderates zum Beschluss eingebracht. Bürgermeister Helmut Manzenreiter, Vizebürgermeister Richard Pfeiler und weitere prominente UnterstützerInnen trugen die Aktion mit. Villach war dabei noch zusätzlich kreativ und hat auf Bierdeckel „Starke Männer pfeifen auf Gewalt“ drucken lassen. Diese werden von der Villacher Brauerei an die Betriebe verteilt.

In Wiener Neustadt haben rund 200 Menschen haben an dieser Kundgebung teilgenommen. Stadträtin Isabella Siedl: „Gewalt an Frauen und Mädchen ist leider keine Seltenheit und wird häufig stillschweigend geduldet. Das ist auf das Schärfste zu verurteilen! Die Opfer müssen unterstützt und geschützt werden. Ich freue mich, dass so viele Frauen und Männer, Mädchen und Burschen, beim Pfeifkonzert mitgemacht haben und damit ein klares Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen gezeigt haben!“ Auch hier wurde die Aktion von einer Vielzahl an UnterstützerInnen von Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben mitgetragen, allen voran der Nationalratsabgeordneten Gabriele Binder-Maier.

Ganz wichtig an der Aktion „Pfeif auf Gewalt“ war und ist die Solidarität der Männer. Auch im Städtebund selbst pfiffen die Männer nicht nur lautstark mit ihren weiblichen Kolleginnen mit, sondern sie tragen auch bis zum Ende der 16 Tage gegen Gewalt das „White Ribbon“ als Zeichen, dass Gewalt gegen Frauen keine Chance hat.

Alles in allem ist das Pfeifkonzert als eine sehr erfolgreiche Aktion zu sehen, die durch das Engagement von vielen Beteiligten möglich wurde, denen hiermit noch einmal gedankt sei. Solange Gewalt gegen Frauen ein Thema ist, muss auch der Widerstand dagegen andauern. Wegsehen hilft keiner!