Österreichischer Städtebund



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Ökonomische Gleichstellung

Equal Pay Day 2011

Krawatte tragen,

Karriere machen 

EQUAL Pay Day 4.10.2011


Wenn es um Einkommensdifferenzen zwischen Männern und Frauen geht, nimmt Österreich keine Vorreiterrolle ein – im Gegenteil: Im Global „Gender Gap Report 2010“ des World Economic Forums landet Österreich bei der „ökonomischen Partizipation“ auf Platz 92 (von 134 Ländern), hinter Bolivien, Ecuador oder Sri Lanka. Diese Einkommensdifferenzen  aufzubrechen, ist Ziel des internationalen „Equal Pay Day“, auf den heuer durch zahlreiche Aktionen am 4. Oktober 2011 aufmerksam gemacht werden soll. Im Mittelpunkt der Aktionen in Österreichs Städten steht dieses Jahr die Rolle der Krawatte, die als Symbol für männliche Karriereverläufe hinterfragt und karikiert wird.

Nur 4,4 Prozent weibliche GeschäftsführerInnen
Der Frauenausschuss des Österreichischen Städtebundes, der sich österreichweit für die Anliegen von Frauen einsetzt, widmet sich heuer anlässlich des Equal Pay Days dem geringen Frauenanteil in den Führungsetagen heimischer Unternehmen. Mit 10,3 Prozent Anteil in Aufsichtsräten und 4,4, Prozent in den Vorständen sind die Aufstiegschancen für Frauen in Österreich nach wie vor schlecht.  Es hilft auch nichts, dass Frauen in den letzten Jahren massiv in der Bildung aufgeholt haben: Immerhin sind 58 Prozent der MaturantInnen weiblich und bei den Universitäten machen Frauen mittlerweile 55,6 Prozent der AbsolventInnen aus.

Auch frau trägt heuer Krawatte
Um männliche Karriereverläufe zu hinterfragen, sie zu karikieren, trägt auch frau heuer zum Equal Pay Day Krawatte. In allen größeren Städten, aber auch einigen kleineren werden Papierkrawatten von den lokalen Frauenbüros am Equal Pay Day verteilt. Die Papierkrawatte (sowie eine Emailsignatur) kann hier ebenso heruntergeladen, ausgedruckt und ausgeschnitten werden.

40Prozent-Quoten gefordert
Die humorvolle Aktion der Frauenbeauftragten der Städte hat jedoch einen ernsten Hintergrund: Sie soll die Forderung des Frauenausschusses nach 40Prozent-Frauenquoten für die Besetzung von Vorständen und Aufsichtsräten österreichischer Kapitalgesellschaften untermauern. „Ökonomische und partizipatorische Gleichstellung ist ein Muss, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können", so die Vorsitzende des Frauenausschusses, die amtsführende Wiener Stadträtin Sandra Frauenberger. Um den Weg nach oben für Frauen zu öffnen, braucht es neben den richtigen Rahmenbedingungen auch gesetzlich verpflichtende Quoten. Nur über Quotenregelungen kann der Qualifikation zum Durchbruch verholfen werden."

Das beweisen auch Beispiele aus den skandinavischen Ländern: Der Frauenanteil in den Verwaltungsräten in Norwegen beträgt dank gesetzlicher Quoten 39 Prozent. Dass dies der Wirtschaft keinen Schaden zufügt, sondern im Gegenteil sogar gut für sie ist, zeigen wiederum internationale Studien: Demnach sind Unternehmen umso erfolgreicher, je mehr Frauen in den obersten Führungsetagen vertreten sind.

Aber auch die gerechtere Verteilung der unbezahlten Arbeit, die Herstellung von Gehalts­transparenz und die Koppelung der öffentlichen Auftragsvergabe an die betriebliche Frauenförderung seien wichtige Säulen im Kampf gegen die Einkommensschere, unterstreicht Frauenberger.


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