Frauen und Gleichstellungsangelegenheiten
Frauen stellen die Hälfte der Bevölkerung dar und sollen damit nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch dieselben Rechte wie die Männer erhalten und ein selbstbestimmtes Leben leben können. Vor allem in Städten werden traditionelle Rollenmuster in Frage gestellt, aufgebrochen und Entwicklungen vorangetrieben.
Ökonomische Gleichstellung
Frauen sind Männern immer noch nicht gleichgestellt. Dies beweist einmal mehr der vom World Economic Forum herausgegebene Gender Gap Report 2009. So rutschte Österreich in diesem Ranking, in dem es um die Aufteilung vorhandenen Ressourcen zwischen Männern und Frauen in vier relevanten Themenbereichen geht, (die dann zu diesem Index zusammengefügt werden), von Platz 29 im Jahr 2008 auf Platz 42 im Jahr 2009 ab. Das schlechte Abschneiden lässt sich vor allem auf den Indikator „ökonomische Gleichstellung“ zurückführen, wo Österreich an beschämender 103 Stelle liegt.
Der Equal Pay Day fällt 2010 auf den 29. September. Der Equal Pay Day markiert dabei jenen Tag, an dem ein Mann das Jahresgehalt einer Frau bereits erreicht hat. Im Jahr 2010 muss eine Frau für dieses Gehalt noch 94 Tage bis zum Ende des Jahres weiterarbeiten - quasi unbezahlt. Sie verdient bei gleicher Tätigkeit 25,6 Prozent weniger als ihr männlicher Kollege. Zu diesem Anlass plant der Frauenausschuss des Österreichischen Städtebundes wiederum eine gemeinsame Aktion.
Gewalt gegen Frauen
Gewalt an Frauen ist ein Thema, dem immer noch zu wenig Bedeutung eingeräumt wird. Der Frauenausschuss des Österreichischen Städtebundes verabschiedete darum eine Resolution gegen Gewalt an Frauen. Mit dem Pfeifkonzert, das am 25. November 2009 1 österreichweit stattfand und seitens des Städtebundes koordiniert wurde, wurde auf das Thema zusätzlich aufmerksam gemacht bzw. auch auf die Resolution verwiesen.
1 Der 25. November erinnert als Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen an die Ermordung der Schwestern Mirabal. Patria, Minerva und Maria Teresa Mirabal, die an diesem Tag im Jahr 1960 nach monatelanger Verfolgung und Folter vom dominikanischen Geheimdienst ermordet wurden.
Europäische Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene
Die europäische Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene wurde bereits von 18 österreichischen Städten und Gemeinden unterzeichnet. Diese sind Engerwitzdorf, Frankenburg am Hausruck, Innsbruck, Knittelfeld, Leibnitz, Mannersdorf am Leithagebirge, Mistelbach, Oberpullendorf, Purkersdorf, Saalfelden, Salzburg, Sankt Nikolai im Sausal, Schwaz, Ternitz, Weitra, Wien, Zell am See. 2010 neu hinzugekommen ist Bregenz. Die Städte und Gemeinden haben sich damit verpflichtet, einen Gleichstellungsaktionsplan zu erstellen.
Beispiele für Gleichstellungaktionspläne finden Sie hier:
- Gleichstellungsaktionsplan für Wien
- Aktionsplan zur Gleichstellung von Frauen und Männern in der Stadt Bern
- Erster Kaiserslauterer Gleichstellungs-Aktionsplan 2009
- Leitfaden für die Implementierung der Charta (englisch)
- Liste der unterzeichnenden Städte
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