Arbeitskreis 1 „Die junge Stadt – Lebensraum für Kinder und Jugendliche“ Teil 2
Arbeitskreis 1 „Die junge Stadt – Lebensraum für Kinder und Jugendliche“ Teil 2
Kinder- und jugendfreundliche Stadt
Stadträtin Tatjana Kaltenbeck-Michl, Graz
„Ich habe Ihnen als Moderatorin dieses Arbeitskreises die Referentinnen und Referenten dieses Arbeitskreises vorgestellt und darf mich jetzt selbst ganz kurz vorstellen. Ich bin seit elf Jahren Stadträtin in der Stadt Graz, zuständig für die Bereiche Soziales, Jugend-, Familien-, Kinder- und Frauenpolitik. Bis zum Jahr 2003 haben auch die Angelegenheiten der Pflichtschulen zu meinem Aufgabenbereich gehört.
Mein Referat beschäftigt sich mit dem Thema und mit der Fragestellung: Was ist denn eine kinderfreundliche Stadt? Was ist ein kinderfreundlicher Lebensraum?, beziehungsweise auch mit der Frage: Sind wir eine kinderfreundliche Gesellschaft? Oder noch besser gesagt: Was können wir dazu beitragen, dass diese Gesellschaft, auch die Gesellschaft in den Städten, kinderfreundlicher wird?
Ich habe die Antwort auf die Fragestellung, was ist denn eine kinderfreundliche Stadt, für mich persönlich so formuliert: Gute Politik nährt sich aus der Frage nach dem guten Leben für alle Menschen, nährt sich aus der Frage: Was brauchen und wollen denn Menschen? Und wenn ich die Frage nach dem Brauchen und Wollen stelle, dann meine ich damit nicht die vom Markt künstlich erzeugten Bedürfnisse, sondern dann meine ich und rede ich von den grundlegenden, vitalen, existenziellen Lebensbedürfnissen von Kindern. Und heruntergebrochen auf die Frage nach der kinderfreundlichen Stadt geht es
natürlich um die Beantwortung der Frage: Was brauchen Kinder im Lebensraum Stadt, in dieser Gesellschaft, um sich gut zu entwickeln?
Vor diesem Hintergrund habe ich für mich definiert: Eine kinderfreundliche Stadt ist eine, in der alle handelnden und vor allem entscheidenden Personen, auf der Verwaltungsebene ebenso wie auf der politischen Ebene, bei all ihren Planungen, bei all ihren Entscheidungen mitdenken, mitüberlegen und – ich möchte fast gerne formulieren – mitspüren und nachspüren, was denn die kindlichen Bedürfnisse sind.
Es sind, wenn wir sehr genau hinschauen, letztendlich die gleichen Bedürfnisse, die wir Erwachsenen mit dem guten Leben für uns verbinden. Das ist das Bedürfnis nach Sinnlichkeit, nach Abenteuer, bei Kindern natürlich ganz besonders das Spiel, das Bedürfnis nach Bewegung, das Mitredenkönnen – das war heute schon Thema und wird auch weiter noch Thema in meinem Referat sein –, das Bedürfnis nach Anerkennung und Wertschätzung, natürlich das Bedürfnis nach Bildung, nach Wissen, nach Die-Welt-verstehen-Können, nach Erfahrungen machen, und ein ganz wesentliches Bedürfnis, das Bedürfnis nach kontinuierlichen, verlässlichen, vertrauensvollen menschlichen Beziehungen, also Gemeinschaft, gleichaltrige Gemeinschaften ebenso wie die Beziehungsangebote, die wir Erwachsenen Kindern zu geben haben.
Daraus wird klar: Kinder- und Jugendpolitik ist nicht, wie sehr oft verkürzt dargestellt und verkürzt betrachtet, ausschließlich Herausforderung und Aufgabe für die Kinder- und Jugendpolitiker, -politikerinnen, für die zugehörigen Ressorts, sondern Kinder- und Jugendpolitik und die Gestaltung einer kinderfreundlichen Stadt ist Aufgabe aller handelnden Akteure – das kann man gar nicht oft genug betonen –, ist also in diesem Sinne eine Querschnittsaufgabe. Ich formuliere daher, und zwar beispielsartig, keine Vollständigkeit der Aufzählung beanspruchend: Kinderfreundlich ist eine Stadt, wenn sie auf den wichtigen öffentlichen Plätzen, in den wichtigen öffentlichen Raumangeboten Strukturen vorsieht, die von Kindern erkundet, bespielt, erobert werden können und wenn diese die Sinnlichkeit der Kinder anregen.
Ich stelle fest, dass dies ein Anspruch ist, der in unseren Städten und auch Gemeinden nur zum Teil erfüllt ist, ich stelle fest, dass viele öffentliche Plätze, vor allem die wesentlichen Plätze in der Stadt, sehr häufig an funktionalen Überlegungen orientiert sind und etwa als Verkehrsknotenpunkte und Überquerungsplätze für Menschen dienen, die von Punkt A zu Punkt B eilen. Ich denke, wir müssen uns bewusst machen, dass alles, was Sie in die kinderfreundliche Gestaltung des öffentlichen Raums investieren, eigentlich auch die Qualität für uns Erwachsene hebt.
Kinderfreundlich ist eine Stadt, wenn sie die nötige Infrastruktur für die Betreuung und Bildung der Kinder von Geburt an bis zum und während des Schulalters bis hin zur Ausbildungsphase bereitstellt.
Kinderfreundlich ist – und ich denke, da ist noch sehr viel Bewusstsein zu schaffen –
eine Gesellschaft, eine Stadt, wenn sie Kinder und Jugendliche mitreden, mitentscheiden, mitplanen lässt. Partizipation ist zum einen die Eintrittskarte für bedürfnisorientierte Politik und bedürfnisorientierte Entscheidungen, sie ist aber andererseits ein ganz wesentliches und meiner Meinung nach unverzichtbares politisches Lernfeld als Angebot an die jungen Menschen für eine aktivierende Wohlfahrtsgesellschaft.
Kinderfreundlich ist eine Stadt, wenn sie sich darum bemüht, kinder- und jugendfreundliches Bewusstsein zu fördern und voranzutreiben. Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen haben wir in Graz auf meine Initiative hin im Jahr 1998 das Kinderbüro in Graz als Interessenvertretung begründet. Dieses Kinderbüro, mittlerweile übergewechselt in die Landeskompetenz, also mit den Herausforderungen sozusagen auch die Landesebene berührend, hat vor fünf Jahren – ich halte das für einen ganz wesentlichen Schritt, den wir da gesetzt haben – in meinem Auftrag die ‚Leitlinien für eine kinderfreundliche Stadt‘ entwickelt, Leitlinien, die Stadtteile, verantwortliche Personen in den Ämtern, alle mit Jugendarbeit vertrauten Vereine, Organisationen und Initiativen und natürlich die Kinder und die Jugendlichen selbst zur Mitarbeit eingeladen haben. Diese Leitlinien wurden im Jahr 2003 vom Gemeinderat auch tatsächlich beschlossen.
Ich möchte sie nicht im Detail referieren, das würde zu weit gehen, aber Sie finden die Leitlinien in Ihren Unterlagen. Nur ganz grob skizziert: Drei wesentliche Bereiche sind angesprochen, wenn es um die Frage der Kinderfreundlichkeit einer Stadt geht: zum einen der Bereich Interessenvertretung, zum anderen der Bereich Wohnen, Stadt- und Verkehrsplanung und zum dritten der Bereich Freizeit, Stadt als sozialer Ort.
In all diesen Bereichen konnten wir bisher wichtige Projekte initiieren und umsetzen. Ich sage aber auch dazu: Vieles ist noch zu tun, vieles ist noch umzusetzen. Ich nenne aus dem Bereich Interessenvertretung das Grazer Kinderparlament, eine Einrichtung, die sich das Ziel gesetzt hat, Kinder frühzeitig in geeigneter Weise aktiv in die Gestaltung ihrer jeweiligen Lebenszusammenhänge mit einzubeziehen.
Ich halte das – ich habe es schon vorher gesagt – für ein ganz wesentliches Angebot, das wir jungen Menschen machen können, weil alles, was wir an Beteiligung initiieren, dazu führt, dass wir Kinder und Jugendliche stärken. Sich zu beteiligen heißt, Kompetenzen zu entwickeln, die Kompetenz, sich zu artikulieren, die Kompetenz, sich über eigene Bedürfnisse klar zu werden, die Kompetenz, die eigenen Bedürfnisse, den eigenen Willen abzustimmen und oft auch im Gegensatz zu sehen zu den Bedürfnissen anderer Menschen oder anderer Interessengruppen, daraus abgeleitet auch die Kompetenz, nicht nur das Eigene zu sehen, sondern das Ganze im Auge zu haben, und natürlich geht es auch um die Kompetenz, seine eigene Meinung zu vertreten. Vor allem geht es auch darum, zu sehen und zu erleben, wie politische Entscheidungen gefällt werden und wie man sie als einzelne Person, die bereit ist, mitzudenken, mitzuentscheiden, auch tatsächlich mit beeinflussen kann. – Ein schönes Beispiel haben wir da aus Villach präsentiert bekommen.
Die Themen, mit denen sich das Kinderparlament in Graz beschäftigt, können Sie auch den Unterlagen entnehmen.
Was mich sehr freut und was ich für einen besonderen Erfolg dieses Projektes halte, ist das große Interesse aller Beteiligten in der Stadt, das große Interesse der Verantwortlichen in den Ämtern, aber auch das große Interesse all meiner Stadtsenatskollegen und -kolleginnen. Es gibt viele Berührungspunkte, viele gemeinsame Aktionen und eine sehr hohe Aufmerksamkeit und Berichterstattungsbereitschaft auf Seiten der steirischen Medien. Eine Grazer Zeitung bietet dem Kinderparlament sogar regelmäßig eine Kolumne, um über seine Arbeit zu berichten.
Was die Altersgruppe der Jugendlichen anbelangt, der über Vierzehnjährigen, haben wir auch ein Partizipationsmodell entwickelt, wieder unter Mitarbeit vieler handelnder Personen in der Stadt. Es nennt sich ‚Passt’s?‘ und soll nach meinem Willen – und ich hoffe, das wird dann auch so sein – im Herbst dieses Jahres im Gemeinderat beschlossen werden.
Klar ist – das ist auch schon gesagt worden –, Partizipation kostet Geld, weil es zum einen Strukturen braucht, zum anderen Menschen, die die Prozesse professionell begleiten, damit mehr daraus wird als eine Wunschkiste, in die man Wunschzettel einwirft, und dann werden diese Wünsche erfüllt oder eben nicht.
Ich habe vor zwei Jahren eine Studienreise nach Stockholm unternommen, mit dem Ziel, mir dort Partizipationsmodelle anzuschauen. Und was mich dort sehr erstaunt hat und was ich mir für Österreich auch wünschen würde: Dort hat die Regierungsebene, die staatliche Regierungsebene Partizipation zu einem ganz wesentlichen Auftrag der Städte und Gemeinden gemacht, gleichzeitig aber auch sehr viel Geld und sehr viele Strukturen zur Verfügung gestellt, damit die Gemeinden und Städte Partizipationsprozesse tatsächlich einleiten und umsetzen.
Der zweite große Bereich der Leitlinien befasst sich mit dem Thema Wohnen, Stadt- und Verkehrsplanung. Auch das können Sie in den Unterlagen nachlesen. Nur so viel als ein Beispiel dazu: Mit diesen Leitlinien und der schrittweisen Umsetzung der Leitlinien ist uns ein ganz wesentlicher Bewusstseinsprozess auf Seiten der Wohnbaugenossenschaften, auf Seiten der Wohnbauträger gelungen. In vielen Fällen wurden, wenn neue Siedlungen errichtet wurden, Kinder und Jugendliche im Vorfeld zu Partizipationsprozessen eingeladen, um mitzudenken, mitzuplanen, mitzuentscheiden, wie ihr Lebensraum dort gestaltet werden soll. In anderen Fällen, wo das nicht rechtzeitig geschehen ist, wurde nachgerüstet und der Lebensraum rund um die Wohnsiedlungen kinderfreundlicher und jugendfreundlicher gestaltet.
Ich gebe aber zu, dass hier trotzdem noch ein wichtiger Bewusstseinsschub notwendig ist, weil wir zwar soweit sind, dass auch vom Gesetz her mitgedacht wird, dass kleine Kinder Möglichkeiten in ihrem Wohnumfeld brauchen. Was leider viel zu häufig vergessen wird, sind die Angebote an die älteren Jugendlichen, eine Tatsache, die dann halt sehr häufig auch zu Konflikten führt.
Ich möchte aber auch dazusagen, dass das Kinderparlament nur ein Beispiel für die vielen Partizipationsprozesse und Partizipationsmodelle darstellt, die wir seit mittlerweile zehn Jahren oder länger in der Stadt Graz den Kindern und Jugendlichen anbieten. Kein Schulhof wurde neu gestaltet ohne Beteiligungsprojekte mit Kindern. Das war vor allem so, als ich noch zuständig war, hat aber dann auch Fortsetzung gefunden bei meinem Kollegen im Bereich der Schule. Kindergartenaußengestaltungen erfolgen unter Einbeziehung der Kinder und Jugendlichen. Und viele andere Projekte sind in Umsetzung.
Sehr stolz bin ich auf das Grazer Kindermuseum – Kindermuseum als Arbeitstitel – ‚FRida & freD‘, eine Initiative von mir. Mag. Heinz Payer, der Leiter des Referates Kind und Freizeit – er ist hier anwesend –, hat sich ein Team zusammengeholt, das das Konzept dafür entwickelt hat. Es ist – ich möchte das gerne sagen – meiner Meinung nach eines der nachhaltigsten Projekte aus 2003. Es ist ein Angebot für neugierige Kinder, die forschen wollen, die experimentieren wollen, die auf ihre vielen Fragen, um die Welt begreifen zu können, auch tatsächlich Antworten erhalten wollen. Wir haben dieses FRida & freD-Projekt im Jahr 2003 eröffnet, und mittlerweile wurde es von über 100.000 Besuchern und Besucherinnen aufgesucht.
Kinderfreundliche Stadt bedeutet natürlich auch familienfreundliche Stadt. Ich werde das, was ich vorgehabt habe zu referieren und was Sie in meinen schriftlichen Unterlagen vorfinden, etwas kürzen, weil sehr viel davon ja schon meine Vorredner und Vorrednerinnen angesprochen haben.
Ich möchte auch verstärken, dass wir weiterhin wesentliche Anstrengungen setzen müssen, um Familien die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen, und das ist, sehr geehrte Damen und Herren, nicht nur ein politisches Anliegen, es ist nicht nur ein familienpolitisches Anliegen, es ist auch ein wirtschaftspolitisches Anliegen. Denn wenn wir es schaffen, die Frauenerwerbsquote zu erhöhen, indem wir den Frauen, die ja immer noch den Hauptteil der Verantwortung für die Familie und für das Familienleben tragen, diese Erwerbstätigkeit ermöglichen, dann hat das unglaubliche positive wirtschaftliche Effekte, Mobilisierungseffekte sozusagen. Es kommt zu einer qualitativen Verbesserung der Frauenbeschäftigung, es schafft höhere Einkommen, es schafft höhere Nachfragen und damit eine Stärkung des Wirtschaftswachstums und der Wettbewerbsfähigkeit.
Im Hinblick auf das Barcelona-Ziel geht es vielen Städten ähnlich, wie es der Stadt Graz geht. Wir haben einen großartigen Versorgungsgrad im Bereich der Kindergärten. Je nach Jahr und Geburtenzahl bieten wir zwischen 93 und 96% Versorgung an. Wir haben keine Wartelisten in unseren Kindergärten. Dies auch deshalb, weil wir seit einigen Jahren ein ganz besonderes Finanzierungs- und Kooperationsmodell zwischen öffentlichen Einrichtungen und privaten Einrichtungen haben. Wir haben lange Zeit festgestellt, dass in
den Kindergärten öffentlicher Einrichtungen lange Wartelisten sind, und die privaten Einrichtungen haben geklagt, dass Eltern sie nicht in Anspruch nehmen. Klarerweise, denn in den öffentlichen Einrichtungen haben wir eine soziale Staffelung, die es allen Eltern unabhängig von ihrer ökonomischen Lage möglich macht, unsere Einrichtungen auch in Anspruch zu nehmen. Die privaten Einrichtungen hatten andere
Finanzierungsgebarungen. Und so sind wir dazu übergegangen, das sogenannte Grazer Tarifsystem zu entwickeln und anzubieten. Über 50 private Einrichtungen nehmen freiwillig daran teil.
Kurz zusammengefasst: Es geht darum, dass die Einrichtungen, die in diesem Tarifsystem mit uns kooperieren, den Eltern die gleichen sozialen Tarife anbieten, wie wir sie in der Stadt haben, allerdings mit der Auflage, dass sie auch die gleichen Qualitätsstandards erfüllen müssen, wie wir sie in den öffentlichen Einrichtungen haben. Die Kostendifferenz, die sich aus dem Sozialtarif ergibt, übernimmt die Stadt. Es ist dies ein – das gebe ich zu – nicht billiges Modell. Über 5 Millionen Euro investieren wir heuer nur in diesem Bereich. Insgesamt investieren wir 28 Millionen Euro in den Kinderbetreuungsbereich.
Ähnlich wie fast alle anderen Städte – Wien wird eine Ausnahme sein – haben wir den eklatanten Nachholbedarf im Bereich der Kinderkrippen im Bereich der Null- bis Dreijährigen. Wir wissen, dass wir nach dem Barcelona-Ziel bis 2010 das Angebot auf über 30% erhöhen müssen.
Ich komme eigentlich ebenfalls aus dem Bildungsbereich und habe, gleich wie die Frau Stadträtin Laska, von 1969 bis 1971 an der Pädagogischen Akademie studiert. Wir haben heute schon davon gesprochen, dass wir damals schon miteinander an Ganztagsschulkonzepten gearbeitet haben. Ich bin sehr froh, dass in dieser Frage einiges in Bewegung kommt. Ich gebe aber auch dem Referenten Recht, der heute hier gesagt hat, im Moment herrscht ein sehr verwirrendes System, was ganztägige Angebote anbelangt.
Ich persönlich präferiere eine flächendeckende verpflichtende Ganztagsschule für alle Kinder in Österreich, und zwar in der verschränkten Form. Ich halte es einfach aus vielen pädagogischen Überlegungen, aber auch aus familienpolitischen Überlegungen für das optimale Angebot. Skandinavische Länder zeigen uns die vielen Vorteile, die sich daraus ergeben, vor.
Zwei Aspekte möchte ich noch anmerken. Alle Referenten und Referentinnen haben heute betont, dass Kinderbetreuungseinrichtungen Bildungsinstitutionen sind. Andere europäische Länder haben ihre Kinderbetreuungseinrichtungen zumindest für die Drei- bis Sechs- oder Siebenjährigen schon lange als Bildungsinstitutionen definiert. Sie haben auch nationale Bildungspläne entwickelt, was ich für sehr wichtig halte, um regionale Unterschiede in den Angeboten und möglicherweise auch in der Qualität hintanzuhalten. Und wenn wir unsere Kinderbetreuungseinrichtungen für die Drei- bis Sechsjährigen als Bildungseinrichtungen definieren, dann ergibt sich für mich eigentlich automatisch die Forderung, dass da die Finanzierungsverantwortung auf den Bund zukommt, ähnlich oder gleich, wie das bei den Pflichtschulen der Fall ist.
Ein Letztes möchte ich noch anmerken:
Wir haben in Graz so wie, nehme ich an, auch viele andere Städte viele neue Einrichtungen auf die Beine stellen können. In Graz haben wir durch Neubauten unglaublich viele neue Plätze geschaffen. Das war nur möglich durch die seinerzeitige Kindergartenmilliarde. Ich halte es für höchste Zeit, dass die neue Regierung die Städte wieder einmal unterstützt mit einem ganz kräftigen finanziellen Schub, damit wir eben unser Ziel, für alle Kinder, für alle Null- bis Sechsjährigen ausreichend Betreuung zur Verfügung zu stellen, auch tatsächlich verwirklichen können.“