Bildung

Österreichs Städte spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Innovationsfähigkeit des Landes. Die Qualität als Bildungsstandort ist für Städte ein wichtiges Argument im Standortwettbewerb. Bildung ist zudem eine fundamentale Säule unserer Gesellschaft. Sie beginnt bereits im Elementarbereich, also in der frühkindlichen Bildung, und legt den Grundstein für lebenslanges Lernen. Frühe Bildung fördert nicht nur die kognitive Entwicklung, sondern auch soziale Kompetenzen, Kreativität und Selbstvertrauen. Bildungs- und Ausbildungssysteme müssen allen sozialen Gruppen zugänglich sein. So haben sich durch die Einführung der Ganztagsschulen die Bildungschancen jedes einzelnen Kindes erhöht – unabhängig vom familiären, finanziellen, kulturellen und sozialen Hintergrund. Ein gut ausgebautes Angebot an Kinderbildungs- und -betreuungsplätzen erleichtert wiederum die Vollzeitbeschäftigung von Frauen.

Sowohl die Elementarpädagogik als auch das Schulwesen stellen eine gemeinschaftliche Aufgabe von Bund, Ländern, Städten und Gemeinden dar. In den letzten Jahren ist der Aufgabenbereich stetig gewachsen, wodurch nicht nur die Verteilung der Zuständigkeiten, sondern auch die Finanzierung unübersichtlich geworden ist. Die aktuell wohl größte Herausforderung ist die Bereitstellung von ausreichend und qualifiziertem Personal.
 

Pflichtschulbereich

Den österreichischen Städten und Gemeinden kommt im Pflichtschulbereich – davon umfasst sind Volksschulen, Mittelschulen, Sonderschulen und Polytechnische Schulen – die zentrale Rolle als Schulerhalterin zu. Sie sind verantwortlich für die Errichtung und Erhaltung der Gebäude sowie die Bereitstellung der Infrastruktur – von Lehrmittel über Internetanschlüsse bis hin zu Räumlichkeiten für ganztägige Schulangebote.  Aber auch die Beistellung von Schulärzt:innen, Stützkräften und Freizeitpädagog:innen, die Freizeitbetreuung in der schulischen und außerschulischen Tagesbetreuung (inkl. Verpflegung) und die Ferienbetreuung liegen in erster Linie bei den Gemeinden. 

Nicht nur die Aufgabenverteilung, sondern auch die Finanzierungsstruktur ist dabei äußerst komplex. Zwischen den einzelnen Gebietskörperschaftsebenen gibt es zahlreiche Verflechtungen. Daher fordert der Österreichische Städtebund schon seit Langem eine Aufgabenentflechtung – und damit mehr Verwaltungseffizienz – sowie eine nachhaltige Finanzierung.

Weitere Informationen:

Fact Sheets: Pflichtschule und Tagesbetreuung


Elementarpädagogik

Die Veränderungen im Bereich der elementaren Bildung in den letzten Jahren sind enorm. Kinderbetreuungseinrichtungen entwickeln sich weg von reinen „Aufbewahrungsstätten“, hin zu Bildungseinrichtungen. Der Bedarf an Betreuungsplätzen steigt, das Alter der betreuten Kinder sinkt, wodurch der Ausbau der Angebote eine der zentralen Herausforderungen für die nächsten Jahre darstellt. Und damit einhergehend die Bereitstellung ausreichender Personalressourcen.

Auch in der Elementarpädagogik handelt es sich um eine gebietskörperschaftsübergreifende Aufgabe, wobei die Betreuungsangebote im Wesentlichen von den Städten und Gemeinden bereitgestellt werden. Als Trägerinnen bzw. Erhalterinnen öffentlicher Einrichtungen sind sie zuständig für Investitionen, für den laufenden Betrieb sowie für den Ausbau. Gleichzeitig fungieren sie als Arbeitgeberinnen für das Personal.

Detaillierte Informationen:

Quo vadis elementare Bildung
 

Um den vielfältigen Herausforderungen im Bildungsbereich zu begegnen, sind Reformen gefragt. Dazu gehören eine klare Trennung von Zuständigkeiten sowie eine langfristige Sicherung der Finanzierung. Es braucht Investitionen in die Infrastruktur, ausreichend Personal, die Weiterentwicklung der Lehr- und Lernmethoden, die stärkere Einbindung digitaler Technologien und gleichzeitig ein verantwortungsbewusster Umgang damit, Maßnahmen zur Chancengleichheit, genügend Betreuungsplätze für die Kleinsten und vieles mehr. Auch eine stärkere Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten kann dazu beitragen, das Bildungssystem zukunftsfähig zu gestalten. Nur gemeinsam kann sichergestellt werden, dass Bildung auch in Zukunft eine starke Grundlage für die individuelle Entwicklung und den gesellschaftlichen Fortschritt bildet. 

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