Informationsveranstaltung "Keine Angst vor der VRV NEU - Präsentation Musterrechnungsabschluss Klagenfurt"

Informationsveranstaltung "Keine Angst vor der VRV NEU - Präsentation Musterrechnungsabschluss Klagenfurt"

Referenten: DI Peter Sebastian (Magistrat der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee, Abteilungsleiter der Abteilung Finanzen), Frau Mag.a Maria Bogenberger (Geschäftsführerin der Quantum - Institut für betriebswirtschaftliche Beratung GmbH) sowie der Generalsekretär des Österreichischen Gemeindebundes Dr. Walter Leiss Termin: Mittwoch, 05.07.2017, 17.00 bis ca. 19.00 Uhr Ort: Planetarium Klagenfurt, Villacher Straße 239, 9020 Klagenfurt am Wörthersee

Foto: StadtPresse/Burgstaller

 

 

Ab 2020 müssen alle Städte und Gemeinden ihr Rechnungswesen maßgeblich umstellen. Das auf Liquidität ausgerichtete kamerale Rechnungswesen (Kameralistik=Finanzierungsrechnung) wird um die Ergebnis- und Vermögensrechnung - ähnlich einer kaufmännischen Gewinn-/Verlustrechnung - ergänzt und um die Bilanz erweitert.

Hierbei sind Ergebnis-, Finanzierungs- und Vermögensrechnung untrennbar miteinander verbunden. Verbuchungen in einer Komponente haben Auswirkung auf mindestens eine andere Komponente, daher spricht man auch von einem integrierten kommunalen Rechnungswesen (3-Komponenten-Rechnung).

Die Stadt Klagenfurt am Wörthersee hat als erste große Gemeinde in Österreich – parallel mit den Gemeinden Trofaiach (mittelgroße Gemeinde Steiermark) und Grafenwörth (kleine Gemeinde Niederösterreich) – im Rahmen des österreichweiten Pilotprojekts einen Muster-Rechnungsabschluss und einen Muster-Voranschlag nach der VRV 2015 erstellt. Die ersten Ergebnisse liegen nun vor und bilden derzeit eine der bedeutendsten Grundlagen für die geplante und notwendige VRV-Novelle.

Fachlich unterstützt wurden und werden die Mitarbeiter der Stadt Klagenfurt durch das Beratungsinstitut „Quantum - Institut für betriebswirtschaftliche Beratung GmbH“, von welchem auch die Projektidee und der Prototyp stammt.  

Die derzeitigen Projektergebnisse werden im Herbst 2017 an die VRV Novelle angepasst, um einheitliche systemische Vorlagen für die EDV-Anbieter zu generieren und damit Kosten infolge späterer Anpassungserfordernisse für die Gemeinden zu minimieren. Weiters ist geplant, dass die Ergebnisse und die Projektdokumentationen den Gemeinden und Städten als Muster für ihre eigenen Umsetzungen zur Verfügung gestellt werden. 

Klagenfurts Bürgermeisterin Dr. Maria Luise Mathiaschitz hat sich deshalb bereit erklärt, die Rechnungsabschlussdaten sowie die derzeit erfassten Aktiva und Passiva der Vermögensrechnung mit allen Detailinformationen und Anlagen offen zu legen, um die VRV-Umsetzung österreichweit bestmöglich zu unterstützen.  

Eine besondere und große Herausforderung für Klagenfurt war die Erfassung und Bewertung der Aktiva und der Passiva für die Vermögensrechnung sowie die darauf aufbauende Ermittlung der jährlichen Anlagenabschreibungen und Rückstellungsdotierungen (für Abfertigung, Urlaub, Jubiläen usw.). 

Die Vermögensrechnungen (Bilanzen) werden nunmehr erstmals das kommunale Vermögen vollständig wertmäßig aufzeigen. Man wird feststellen, dass die Kommunen teilweise über beträchtliche Vermögenswerte verfügen, die allerdings nicht veräußerbar sind, da diese der Sicherstellung der kommunalen Daseinsvorsorge dienen (wie beispielsweise die Grundstücke unter den Gemeindestraßen, die öffentlichen Plätze und Parkanlagen etc.). Insbesondere wurden auch sämtliche erforderlichen Rückstellungen erfasst und in die Berechnungen miteinbezogen.

Obwohl Klagenfurt den Prozess der Vermögensbewertung derzeit noch nicht endgültig abgeschlossen hat, zeigt die Vermögensrechnung schon jetzt, dass selbst bei vorsichtig vorgenommener Vermögensbewertung, die Stadt als „gut bestückt“ bezeichnet werden kann. Der Schuldenstand, der in den letzten Jahren massiv abgebaut wurde, wird bei weitem durch die Vermögenswerte überdeckt.  

Im Zuge der Projekterstellung wurden über 60 Vorschläge zur VRV-Novelle und zum neuen Kontenplan eingebracht. Dabei wurden auch zahlreiche Alternativvorschläge zur Umsetzungsvereinfachung auf Basis der Klagenfurter Daten unterbreitet, die derzeit im Österreichischen VR-Komitee diskutiert und einem Beschluss zugeführt werden. 

Die Stadt Klagenfurt beabsichtigt die Drei-Komponentenrechnung auch für die folgenden Jahre bis zur verpflichtenden VRV-Umstellung mit Hilfe und in Kooperation mit dem Klagenfurter Beratungsunternehmen Quantum freiwillig zu erstellen. Nicht nur um „VRV-fit“ zu bleiben, sondern auch um die Gebarung der Stadt schon nach der neuen Drei-Komponenten Rechnung (Vermögensrechnung, Finanzierungsrechnung und Ergebnisrechnung) pro Ansatz (Leistungsbereich) zu dokumentieren und zu steuern. 

 

 

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