FIT berät Weiterentwicklung des ZMR

FIT berät Weiterentwicklung des ZMR

Leoben hat eine Verwaltungsreform, die auf 10 Jahre geplant war, bereits nach 5 Jahren zu 90% umgesetzt. Grundsatz war und ist: „Wer nicht verändert, der wird verändert“, so Bürgermeister Konrad. Unter diesem Motto tagte daher der Fachausschuss Informationstechnologie bei seiner 59. Sitzung unter Vorsitz des Salzburger EDV-Leiters Berthold Rauchenschwandtner in Leoben.

E-Government: Städtebund sehr aktiv
Die E-Government-Offensive hat Österreich im Benchmark auf Platz 2 gebracht. Das politische Engagement hat sich daher verschoben, weshalb nun nur mehr Spitzenbeamte im höchsten E-Government-Gremium, der Plattform Digitales Österreich, vertreten sind. In den Arbeitsgruppen ist nach Ansicht von Hans Mittheisz, Wien, der Österreichische Städtebund sehr aktiv vertreten, viele Dokumente wurden im letzten halben Jahr im Empfehlungsverfahren behandelt. Schwerpunktmäßig geht es nun um die praktische Umsetzung, Wissensverbreitung und Schulung.

ZMR2 und Portalverbund
Einen Überblick über die Tätigkeit der ZMR-Supportunit im BMI lieferte Oswald Kessler vom Innenministerium. Seiner Ansicht nach sollte aus Kostengründen und wegen der Gesetzeskonformität (der Familienstand soll ab 1.7.2006 im ZMR eingetragen werden) so bald wie möglich die ZMR1-Schnittstelle eingestellt und der Portalverbund zum Erreichen von ZMR2 aktiviert werden. War zum Zeitpunkt der Tagung der 30. September 2006 geplant, so ist mittlerweile die Verschiebung auf den 31. Dezember 2006 erfolgt. (siehe dazu Rundschreiben 30/2006 des Österreichischen Städtebundes)
Integrative IT-Lösungen stellten in diesem Zusammenhang die Firmen Comm-Unity, Data Systems Austria und ÖKOM vor. Sämtliche bekräftigten, dass sie spätestens bis 30. September 2006 eine ZMR2-fähige Dateneingabe über Portalverbund sichergestellt werden kann. Dr. Kessler unterstrich weiters, dass verschiedene Zugangsmöglichkeiten zum ZMR2 gleichrangig unterstützt werden, kein Produkt bevorzugt behandelt wird und auch keinesfalls von der ZMR-Supportunit den Städten, Gemeinden oder auch den Bundesländern eine Empfehlung zur Beschaffung von bestimmten Produkten gegeben wird.

Grazer Kooperationsmodell – Status quo
„Voneinander lernen, bereits eingesetzte Lösungen wiederverwenden und Entwicklungspartnerschaften eingehen bilden den Schlüssel zu effizientem und effektivem E-Government“. So stellte Friedrich Steinbrucker die Grazer E-Government-Plattform als offenes, herstellerunabhängiges und allgemein gültiges Framework, das eine schnelle und kostengünstige Umsetzung von Online-Verfahren ermöglichen soll, dar. Der Einsatz einer „Business Process Engine“ vereinfacht durch vorgefertigte Standard-Prozess-Definitionen das Modellieren der E-Government-Verfahren, durch die konfigurierbare Ablaufsteuerung entsteht hohe Flexibilität hinsichtlich organisatorischer oder auch rechtlicher Veränderungen in den Abläufen. Eine mittlerweile gegründete Gesellschaft sorgt für die unverzichtbaren Aufgaben des Kooperationsmanagements und stellt die organisationsübergreifende Nutzbarkeit von E-Government-Entwicklungen sicher.

Egora – E-Government-Rahmenarchitektur
Egora dient der Überbrückung der technischen Hindernisse bei E-Government- und ELAK-Anwendungen durch mehrfachverwendbare Building blocks. Es ist UseCase orientiertes Framework mit Shared-Source-Lizenz, das der öffentlichen Verwaltung kostenfrei zur Verfügung stehen wird, versprach Roland Hofmann von Microsoft Österreich. Dieses Werkzeug soll auch sonstigen Interessenten (z. B. Banken) gegen Kosten angeboten werden. Die Verbreitung des Frameworks und der damit entstehenden Anwendungen soll über ein eigenes Portal (SSN) erfolgen. Als Egora-Partnerfirmen zum Entwickeln von Applikationen sind neben rubicon bis dato TechTalk, Unisys, ACE, T-Systems und Anecon gewonnen worden.

Egora-Anwendungen
Bereits in Betrieb ist das Modul „Posteingang“ im Magistrat Villach, wo der elektronische Eingang protokolliert, einem Mitarbeiter zugewiesen, von diesem bearbeitet und anschließend in den ELAK übergeben wird, berichtete der Villacher EDV-Leiter Manfred Wundara. Geplant für die Zukunft ist auch die Möglichkeit einer Statusabfrage von außen.

E-Government-Lösung der Stadt Bregenz
Lukas Fetz betonte in seinem Statusbericht die Grundzüge der Bregenzer E-Government-Architektur als eine "serviceorientierte Architektur". Es geht dabei insbesondere um die Anbindung von Fachanwendungen (z. B. Bauverfahren) an das E-Government-Framework und um die Koppelung mit Infrastrukturdiensten wie Dokumentenmanagement und Workflow.

IT-Kennzahlen
Nach einem Grundsatzstatement von Stadtamtsdirektor Meinhard Huber, St. Valentin, in dem festgehalten wurde, dass Innovation unumgänglich ist, aber mit Augenmaß vorangetrieben werden müsste und IT-Kennzahlen deshalb Auskunft darüber geben sollen, wo die jeweilige Organisation innerhalb einer vergleichbaren Gruppe steht, berichtete Manfred Wundara , dass seit der letzten Umfrage nun bereits 10 Städte ein Interesse an einem IT-Kennzahlenvergleich anmeldeten.
Abschießend wurde noch die Einladung zur nächsten FIT-Tagung, die am 23. und 24. November 2006 in Rum stattfinden wird, ausgesprochen.

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