Öffentlichkeitsarbeit im Zeichen von Stadtmarketing und Europa

Öffentlichkeitsarbeit im Zeichen von Stadtmarketing und Europa

Die jüngste Sitzung des Städtebund-Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit in Baden bei Wien stand im Zeichen aktueller Entwicklungen im Stadtmarketing sowie der Thematik Europa. Stadtmarketing hat laut Oskar Januschke (Lienz) eine stürmische Entwicklung als Begriff und in seiner praktischen Umsetzung hinter sich. Januschke zeigte den generellen Trend hin zum Stadtmarketing der zweiten Generation auf, wobei sich hier die verschiedensten Ausprägungen wie Quartiermarketing, Stadt-Umland-Marketing, Imagewerbung, Standortmarketing oder Eventmarketing gegenseitig ergänzen. Ohne den Bürger, engagierte Partner und die örtliche Wirtschaft ist aber alles nichts.

Stadtmarketing: Das Beispiel Lienz
Am Beispiel Lienz demonstrierte Januschke, dass ohne erhebliche Eigenleistungen der betroffenen Wirtschaftstreibenden nichts passiert – und städtische Förderungen in anderen Stadtteilen zum Einsatz kommen. Nur wer als Privater selbst Vertrauen in eine Investition hat, kann mit dem Einsatz der öffentlichen Hand rechnen.
Die Stadt Baden als Gastgeber präsentierte die umfangreiche Tätigkeit der Rathausabteilung Tourismus & Wirtschaft für die Segmente Tourismusmarketing und Stadtmarketing. Dabei steht in Baden einerseits das Eventmarketing stark im Vordergrund (Perchtenlauf, Faschingsmzug, Gauklerfest etc.), die die Innenstadt zu einem Erlebnisort werden lassen. Andererseits geht es immer um das Ziel der Frequenzsteigerung, was in der Ostregion mit der höchsten Einkaufsflächendichte von ganz Europa schwierig genug ist. Ein Event, dass teilweise sogar zu weniger Frequenz in Geschäften führt, muss daher umfassend vorbereitet werden – von frequenzfördernden Aktionen im Vor- und Nachfeld bis hin zur Lösung von Parkplatzfragen an Spitzentagen. Darüber hinaus praktiziert Baden ein Wirtschaftsförderungssystem und ein Leerflächeninfosystem. „Die Innenstadt braucht natürlich auch Magnetbetriebe. Die kleinflächige Struktur in Baden schränkt unsere Möglichkeiten in Baden sicherlich ein“, meinte Tourismusdirektor Klaus Lorenz. Der Kampf gegen das Image der Hochpreisigkeit wird intensiv geführt. Dabei hilft etwa der virtuelle Markt „Baden belebt Shopping“.

Im Zeichen Europas
Anlässlich der EU-Präsidentschaft Österreichs wurde das Thema Europa aufgegriffen. Hatto Käfer von der Generaldirektion Kommunikation der EU-Kommission referierte das Weißbuch Kommunikation für eine verbesserte und bürgernähere Öffentlichkeitsarbeit der EU-Kommission. Zudem soll mit dem sog. „Plan D“ die Debatte rund um die EU-Verfassung weiter geführt und verstärkt werden. „Im Rahmen von Diskussionsveranstaltungen kann die EU-Kommissionsvertretung bis zu 50 Prozent der Kosten übernehmen. Allerdings müssen wir bereits in der ersten Konzeptionsphase mit einbezogen werden. Fertige Projekte können nicht gefördert werden“, so Käfer. Für viele Anwesende ernüchternd war die Präsentation von Margaretha Kopeinig, langjährige Europaexpertin des KURIER. „Österreich fehlt ein Konzept in der Europapolitik, es fehlen die Netzwerke in der EU und es gibt gegenüber Journalisten keine klare Informationsstrategie“, zeigte sich Kopeinig enttäuscht über Mängel in der EU-Politik. Aus Ratssitzungen gebe es keine Informationen seitens der Minister, Briefings sind rar, Info-Quellen daher oft Vertreter anderer Länder. Kritik übte Kopeinig etwa an der lückenhaften Koordination aller an EU-Politik beteiligten Stakeholder.

EU-Parlament und EU-Kommission gestalten ÖGZ-EU-Seite
Dass das Informationsbüro des Europäischen Parlaments zahlreiche Informationsressourcen gerade auch für Städte zur Verfügung stellt, bewies Mediensprecher Georg Pfeifer. Derzeit sind Seminare für Lokal- und Regionaljournalisten in Vorbereitung, über Infostände wird bei Messen oder großen Verbändeveranstaltungen für das Europäische Parlament „getrommelt“. Die ÖGZ wird ab der Mai-Nummer eine vom Informationsbüro und der Kommissionsvertretung gestaltete Seite übernehmen. Die nächste Sitzung des Ausschusses findet im Herbst 2006 in Wiener Neustadt statt. 2007 wird der Ausschuss in Steyr und Bregenz Station machen.

Städtebund-Linktipps:
www.baden.at
www.stadt-lienz.at
www.kurier.at

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