Personalmanagement: Betriebliches Eingliederungsmanagement und ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
Personalmanagement: Betriebliches Eingliederungsmanagement und ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
Betriebliche Eingliederungsmanagement in Linz
„Die Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter ist nachhaltig zu unterstützen und zu erhalten.“ Dieses Motto stellte Dr. Brigitte Eichinger, Stadt Linz, in den Vordergrund ihres Vortrages beim Fachausschuss für Personalmanagement in Bregenz. Insbesondere die Veränderungen in der Arbeitswelt, nämlich die Möglichkeit des Verlustes des Arbeitsplatzes aus gesundheitlichen Gründen, mehrmals erfolgende Versetzungen, die Nichtnachbesetzung von Arbeitsplätzen, die Einführung flexibler Dienstzeitmodelle und die Erhöhung des Pensionsalters, führen teilweise bei Beschäftigten zu nachteiligen Auswirkungen. Darüber hinaus gibt es körperliche und psychosoziale Beeinträchtigungen - möglicherweise kommen auch Faktoren aus dem Privatbereich hinzu -, die sich negative auf die Arbeitsfähigkeit von Mitarbeitern auswirken. Als Steuerungsinstrumente werden vom betriebsärztlichen Dienst der Stadt Linz Mitarbeiterinnen- und Mitarbeitergespräche, Rückkehrgespräche bei Karenz oder längerem Krankenstand, Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, Supervision und Gesundheitscoaching eingesetzt, um Verbesserungen für die Betroffenen zu erreichen. Besondere Maßnahmen werden bei Seh- und Hörbehinderungen getroffen, die alle mit den Betroffenen gemeinsam durchgeführt werden. Auch das betriebliche Suchthilfeprogramm ist hervorzuheben, da es den beteiligten Parteien die Möglichkeit eröffnet, einen schriftlichen Vertrag abzuschließen, um innerhalb von zwei Jahren in die „Normalität“ des Arbeitslebens zurückkehren zu können. Das Projekt „Fairness am Arbeitsplatz“ ist darauf gerichtet, gegen Mobbing, Schikanen und sexuelle Belästigungen am Arbeitsplatz anzukämpfen.
Ältere Beschäftigte aus Sicht der Arbeitsmedizin
Die demographische Entwicklung der Bevölkerung und die Tendenz zu hoher Lebenserwartung lassen den Anteil an den älteren Arbeitnehmer ansteigen, weshalb Gesundheits- und Krankenvorsorgemaßnahmen auszubauen sind. Ältere Beschäftigte haben eine geringere Fähigkeit, Arbeitsaufgaben schnell zu bewältigen, aber auch eine Zunahme der psychosozialen Belastungen durch die Informationstechnologie ist bei diesen zu beobachten. Aufgrund von biologischen Veränderungen nehmen gewisse Funktionen bei älteren Beschäftigten ab. Dafür können aber ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Erfahrung schwierigere Aufgaben leichter bewältigen, da das Wissen um Komplexität gegeben ist und Zeitgestaltungsprozesse leichter bewältigt werden. Um dem Lebensrhythmus jedes Beschäftigten leichter gerecht zu werden, sollte der Arbeitsrhythmus an die Leistungsfähigkeit des menschlichen Tagesrhythmus angepasst werden. Grundsätzlich ist anzumerken, dass jede Altersgruppe ihre Berechtigung im Betrieb findet und eine Ausgewogenheit zwischen der Förderung jüngerer und älterer Menschen herzustellen ist. Damit sollen keine Über- oder Unterforderungen entstehen, das Gefühl des „Gebrauchtwerdens“ vermittelt sowie die Wertschätzung allen entgegengebracht werden.
Strategieumsetzende Personalentwicklung in Innsbruck
Herbert Köfler stellt die Ausgangssituation für Personalentwicklungsmaßnahmen in Innsbruck folgendermaßen dar: Aufgrund der Strukturreform Mitte der neunziger Jahre gab es keine Personalentwicklung (PE), sondern lediglich Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen durch überwiegend externe Trainer. Aufgrund der Einführung der Balance-Score-Card wurden Leitziele und Visionen sowie Leitkennzahlen festgelegt. Aufbauend auf den Zielvorstellungen wurde der Mensch in den Mittelpunkt gestellt und eine strategieumsetzende Personalentwicklung geschaffen. Zunächst legte man eine Führungskräfteentwicklung mit bedarfsgerechter Aus- und Weiterbildung fest. Als zweites Kriterium sind Entlohnung und Aufstiegschancen für die Personalentwicklung ausschlaggebend. Basierend auf dieser Prioritätensetzung wurden Kompetenzprofile für alle Führungshierarchien erarbeitet (Abteilungsleitung, Amtsvorstehung und Referentin/Referent), auf dem das Führungskräfteentwicklungskonzept aufgebaut ist. Ohne Einbindung und Information der Personalvertretung, aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Führungskräfte wäre aber der Erfolg nicht möglich gewesen, der auch der vollen Unterstützung seitens der Politik bedurfte.