Schmeissner-Schmidt leitet Arbeitskreis beamtete Stadtplaner

Schmeissner-Schmidt leitet Arbeitskreis beamtete Stadtplaner

Am 22. und 23. Juni tagte in Salzburg der Arbeitskreis der beamteten Stadtplaner. Das vom Leiter des Salzburger Amtes für Stadtplanung, Andreas Schmidbaur, organisierte Treffen diente neben Berichten aus den einzelnen Städten und dem Erfahrungsaustausch vor allem auch der Beratung aktueller Fragen.
Doch zu Beginn der Sitzung stand die Neuwahl des Vorsitzes, die durch die Pensionierung des bisherigen Vorsitzenden, des Wiener Stadtplanungsdirektors, Arnold Klotz, erforderlich wurde. Zur neuen Vorsitzenden wurde die Leiterin der Innsbrucker Stadtplanung Erika Schmeissner-Schmidt gewählt. Zu Stellvertretern wurden Kurt Puchinger, neuer Wiener Stadtplanungsdirektor und Schmidbaur gewählt.

Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung
Zur Eröffnung der inhaltlichen Beratungen präsentierte Städtebund Generalsekretär Erich Pramböck die aktuellen Prognosen der Bevölkerungsentwicklung in Österreich, wie sie auch Grundlage der Beratungen des Städtetags waren. Aufgrund des zu erwartenden Bevölkerungswachstums in den Ballungsregionen werden auch die Stadtplaner besonders gefragt sein, Lösungen zum Wachstum der Städte und ihres Umlandes zu erarbeiten. So wurde auch vorgeschlagen, dass dieses Thema der Schwerpunkt des nächsten Treffens dieses Arbeitskreises sein soll.

Aktuelle Projekte der Stadt Salzburg
Seitens der Gastgebenden Stadt Salzburg wurden drei große Projekte präsentiert: Das S-Bahn-Konzept, das Stadtentwicklungsprojekt Uni-Park Nonntal und räumliche Entwicklungskonzept (REK).

S-Bahn-Konzept für Großraum Salzburg
Mit dem S-Bahnkonzept der Stadt Salzburg wurde ein Projekt gestartet, das die Verkehrssituation in der Stadt Salzburg und ihrem Umland entscheidend verbessern soll. Auf den bestehenden Strecken der ÖBB im Salzburger Stadtgebiet werden Schnellbahnstationen errichtet und so neue Knoten des öffentlichen Verkehrs geschaffen. Dieses S-Bahnkonzept und die regionale Salzburger Verkehrsplanung steht auch vor dem Hintergrund der Planung der europäischen Verkehrsachsen. So wird es innerhalb der nächsten 10 Jahre umfangreiche Bautätigkeiten geben, darunter auch die Neugestaltung des Hauptbahnhofs, der ursprünglich als Grenzbahnhof konzipiert wurde und daher als Doppelkopfbahnhof errichtet wurde. Bei diesem Umbau, der bis 2013 abgeschlossen sein soll, ist auch in besonderen Maße auf den Denkmalschutz Bedacht zu nehmen. In Prüfung befindet sich ein Projekt einer zusätzlichen Schleife, wodurch ermöglicht werden soll, dass künftig Züge, die von der Westbahn auf die Tauernbahn fahren, nicht mehr gestürzt werden müssen.
Großer Wert wurde bei der Gestaltung der S-Bahn-Stationen auf hohe architektonische Qualität bei gleichzeitiger kostengünstiger Bauweise gelegt. Zu diesem Zweck wurde ein Wettbewerb ausgerichtet, der vom Salzburger Architekten Team „Halle 1“ gewonnen wurde, die dank eines Modulsystems diese Anforderungen erfüllen konnten.

Uni-Park Nonntal
Ein weiteres großes Projekt der Stadt Salzburg ist das Projekt Uni-Park in Nonntal. Es handelt sich hier um eine städtebaulich sanierungsbedürftige Zone im Süden der Stadt, die in einem sensiblen Gebiet liegt. Hier liegen Einrichtungen der Universität Salzburg, die sich zum Teil in Gebäuden befinden, die in den 50er Jahren als Provisorium errichtet wurden. Es sollten Neubauten für die Geisteswissenschaftliche Fakultät, für das Mozarteum und das ARGEKultur-Gelände entstehen, verschiedene Sportanlagen von Schulen und Vereinen müssen neugestaltet werden, eine Neulösung für den Busterminal ist erforderlich, ein Bankinstitut will ausbauen und der Landschaftraum Freisaal soll erweitert werden.
Nach einem EU-weit ausgeschriebenen Wettbewerb wurde ein Masterplan erstellt, in dem die grundsätzlichen städtebaulichen Rahmenbedingungen sowie Flächen- und Nutzungsverteilungen festgelegt wurden, was auch in einer Änderung des Flächenwidmungsplanes seinen Niederschlag fand. Als erster Baustein wurde das Kulturzentrum der ARGEKultur im Oktober 2005 fertiggestellt. Die nächsten Schritte sind die Errichtung der Sportanlangen und der Neubau der Geisteswissenschaftlichen Fakultät, bei der Wettbewerb im November 2005 abgeschlossen wurde. Für die Umsetzung waren umfangreiche und komplizierte Grundstücktausche notwendig und die Neugestaltung der Verkahrsinfrastruktur in diesem Gebiet. Die Stadt Salzburg investiert in dieses Gesamtprojekt insgesamt 15 Millionen Euro.

Räumliches Entwicklungskonzept
Das dritte Salzburger Projekt, das bei diesem Treffen präsentiert wurde, ist das neue räumliche Entwicklungskonzept (REK) der Stadt Salzburg. Mit dem REK 1994 wurde die Basis der Entwicklung Salzburg in den letzten 10 Jahren geschaffen. Durch die Veränderungen der Rahmenbedingungen, die vor allem durch den EU-Beitritts Österreich eingetreten sind, wurde eine Überarbeitung erforderlich. So liegt nun ein Teil der Region Salzburg in Bayern und die Erweiterung der EU im Jahr 1994 hat zu weiteren Veränderungen geführt, die sie sich zum Beispiel durch die Abwanderung von Betrieben bemerkbar machen. Weitere Ursachen sind der demografische Wandel, die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes und die Globalisierung der Wirtschaft.
Vom Salzburger Amt für Stadtplanung wurde daher ein Entwurf für das REK 2006 erarbeitet. Dabei wurde das Grundprinzip einer nachhaltigen Entwicklung verfolgt und 10 Leitsätze formuliert, die als Basis für den Entwurf dienen. Der erste Grobentwurf wurde im Herbst 2005 den Gemeinderatsfraktionen sowie übergeordneten Institutionen zur Diskussion vorgelegt. Parallel läuft bis September 2006 der interne Stellungnahmeprozess in der Stadtverwaltung. Dabei wurde die Frage des Erhalt von Grünflächen am intensivsten diskutiert. Im Herbst 2006 soll die Beschlussfassung über den Entwurf im zuständigen Ausschuss und im Stadtsenat erfolgen. Ab 2007 wird eine intensive öffentliche Diskussion angestrebt. Die entgültige Beschlussfassung durch den Gemeinderat ist dann für Ende 2007 vorgesehen.

Berichte aus Wien ...
Wien berichtet über das Zustandkommen des 3. Stadtentwicklungsplans. Erstmals wurde ein Stadtentwicklungsplan auch mit den Bundesländern Niederösterreich und Burgenland abgestimmt.

... Linz ...
Linz berichtete über eine Neustrukturierung in der Verwaltung, die im Sinne eines produktorientierten Managements gestaltet wurde. Die Stadtplanung hat nun die fünf Abteilungen Vermessung, Stadtgestaltung, Bebauung, Flächenwidmungsplan und Grundlagenforschung. Inhaltlich sind die Arbeiten durch die Vorarbeiten für das Kulturhauptstadtjahr 2009 geprägt.

... Klagenfurt ...
Klagenfurt erlebt zur Zeit eine Zwischenphase der Stadtentwicklung. Große Projekte sind das EM-Stadion, das für 30.000 Besucher errichtet wird, aber nach 2008 dann auf 12.000 zurückgebaut werden soll. Die EM bietet große Chancen für eine neue Dynamik von Infrastrukturprojekten. Weiters läuft das innerstädtische Einkaufszentrum recht gut an.

... Eisenstadt ...
In Eisenstadt ist ein wichtiger Schwerpunkt der Arbeit die Verlagerung des Pendlerverkehrs auf öffentliche Verkehrsmittel. Hier wurde ein Stadt-Land-Bus geschaffen, der aus dem Umland direkt in die Stadt fährt. Untersuchungen hätten gezeigt, dass nur eine derartige Lösung erfolgversprechend ist.

und Villach
Zahlreiche Wettbewerbe finden zur Zeit in Villach statt. So ist die Sanierung des Bahnhofsvorplatzes abgeschlossen, aktuell ist das Projekt der Sanierung des Kongress-Zentrums.
Weitere Diskussionen widmeten sich dem Erfahrungsaustausch, wobei hier die Schwerpunkte bei der Struktur der administrativen Organisation, dem Umgang mit Bürgeranliegen, der Problematik der Gestaltung und der Organisation des Verkehrs lagen.

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