Von der Stahlstadt zur grünen Stadt

Von der Stahlstadt zur grünen Stadt

48. Sitzung des Fachausschusses für Gärten und Grünflächen vom 29. bis 31. August 2005 in Linz

Stadträtin Susanne Wegscheider begrüßte die zahlreichen Teilnehmer in den Seminarräumen des Botanischen Gartens der Stadt Linz und erläuterte die Entwicklung der Landeshauptstadt Oberösterreichs von einer durch die Schwerindustrie geprägten Stadt zur künftigen Kulturhauptstadt im Jahre 2009. Von der Staubwolke zur Klangwolke ist nur ein Teilaspekt dieser Entwicklung, hat es doch die Stadt nicht nur verstanden, denkmalgeschützte Gärten, 40.000 Bäume und 52 Parkanlagen zu erhalten und für die Bevölkerung zu bewahren, sondern auch in mitten von wertvollem Bauland neue Flächen für die Errichtung des Stadtparks zur Verfügung zu stellen.

Dipl.-Ing. Barbara Veitl, die nicht nur die Organisatorin dieser 3-tägigen Veranstaltung war, sondern nach der Pensionierung des langjährigen Ausschussvorsitzenden Ing. Paul Schiller, Wien, die diesjährige Sitzung auch leitete, stellte die umfassenden Leistungen ihres Stadtgartenamtes dar. Das Amt gliedert sich in die Bereiche Grünflächen, historische Gärten, Verwaltung, Forst und eigene Gärtnerei bzw. Werkstätten. An Hand einer Zeittabelle wurden anschaulich die Strukturreformen der letzen Jahrzehnte präsentiert, die das Stadtgartenamt umsetzte: Der Verringerung des Personalstandes von 280 Mitarbeiter (1988) auf bis dato 200 konnte man durch eine Verlagerung zu fachlich gut ausgebildetem Personal ohne Leistungsschwund erfolgreich begegnen. Personalkosten konnten anfänglich durch die Einstellung von Saisonarbeitern (ab 2000), dann durch deren Ersatz durch Honorarkräfte (ab 2003) immer wieder gesenkt werden. Ab 2003 wurde ein neues Arbeitszeitmodell eingeführt, um mit Hilfe flexibler Kernarbeitszeiten trotz sehr zeitiger bzw. sehr später Arbeitsstunden – beispielsweise um den Berufsverkehr nicht zu beeinträchtigen – Überstunden schonend zu kalkulieren. 2004 wurde eine einheitliche Dienstkleidung eingeführt, um die Leistungen der Stadtgärtner erkennbarer zu machen. Letzte Entwicklung dieser permanenten Leistungsentwicklung war die Erarbeitung eines Leitbildes, das auf der Entwicklung, Gestaltung und Erhaltung der Grünflächen, der Erfüllung des Bedürfnisses der städtischen Bevölkerung nach Grünraum und der Bewahrung der Fachkompetenz im eigenen Hause fußt.

Die umfassende Begehung der Linzer Grünanlagen wurde mit dem Bauernberg begonnen. Unter großzügiger finanzieller Unterstützung des Großindustriellen Ludwig Hatschek wurde zu Beginn des vorigen Jahrhunderts an Stelle der früher dort befindlichen Sandgruben ein Jugendstilpark errichtet, der nunmehr unter Denkmalschutz steht. Unter den vielen besuchten Grünanlagen ist besonders die Solar City Pichling hervorzuheben, eine Wohnhausanlage, die in einem 26 ha großen naturnahen Landschaftspark eingebettet wurde. Nicht zu vergessen der Stadtpark, dessen Verwirklichung im dicht verbauten Stadtgebiet durch den Verzicht auf wertvolles Bauland ermöglicht wurde und einen unbezahlbaren Gewinn für die Lebensqualität der Anrainer darstellt. Aber auch der öffentlich zugängliche Botanische Garten mit seiner Sammlung seltener tropischer Pflanzen, Orchideen und Kakteen stellte einen interessanten Kontrapunkt in der Begehung Linzer Grünräume dar.

Interessiert wurden auch die Fachvorträge von Dr. Veronika Walz, über die Möglichkeiten, mit Sommerblumen Farben in eine Stadt zu bringen und von Dipl.-Ing. Fritz Kummert über die Verwendung von Stauden an schwierigen Standorten, um ökologische und ökonomische Schwerpunkte zu setzen, verfolgt. Die Vortragsunterlagen finden Sie im Internet unter www.staedtebund.gv.at unter Ausschüsse/Fachausschuss für Gärten und Grünflächen/Tagungen im Login-Bereich.

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