Städtebund: Diversität als Chance begreifen

Städtebund: Diversität als Chance begreifen

Jugendarbeitslosigkeit unter MigrantInnen doppelt so hoch Presseaussendung vom 24.10.2012

Der Integrationsausschuss traf sich in Wiener Neustadt, Fotocredit: Magistrat Wiener Neustadt.

 
Wien (OTS) „Unser Land braucht internationale Zuwanderung, da die Überalterung ein ernsthaftes Problem darstellt. Das Angebot an Arbeitsplätzen ist in den Städten am höchsten, daher ist Migration ein urbanes Phänomen. Studien zeigen, dass gerade junge MigrantInnen mehr Chancen bei der Ausbildung und am Arbeitsmarkt brauchen“, sagte Matthias Stadler, Bürgermeister von St. Pölten und Vorsitzender des Städtebund-Integrationsfachausschusses, der am 23. und 24. Oktober in Wiener Neustadt  stattfindet. Die Tagung zum Thema „Jugendarbeitslosigkeit und Migration“ ist politisch hochkarätig besucht - unter anderem werden Frauenministerin Gabriele Henisch-Hosek und Sozialminister Rudolf Hundstorfer vortragen.    MigrantInnen haben Nachteile Im europäischen Vergleich ist die Jugendarbeitslosigkeit in Österreich mit 9,7 Prozent niedrig. Dennoch ist, laut Statistik Austria, die Arbeitslosenrate der sogenannten „zweiten Generation“ etwa doppelt so hoch, wie jene der Jugendlichen, deren Eltern nicht eingewandert sind. Und es zeigt sich, dass junge MigrantInnen im Alter von 15 bis 24 Jahren am stärksten betroffen sind, wobei es Mädchen doppelt so hart trifft. Bundesministerin Heinisch-Hosek: „Die Ausbildung junger Mädchen über die Pflichtschule hinaus ist für mich der Schlüssel für mehr Chancengleichheit. Maßnahmen zur Berufsorientierung und die Sensibilisierung der Eltern sind sehr wichtig, damit Mädchen ihren Weg gehen können. Auch das zweite Gratis-Kindergartenjahr wäre ein wichtiger Schritt, damit Kinder mit Migrationshintergrund von Anfang an die gleichen Chancen haben.“ Zuwanderung und Integration darf weder gesondert, noch ausschließlich im Zusammenhang mit Problemen diskutiert werden“, betont Sandra Frauenberger, Wiener Stadträtin für Integration und Stellvertreterin des Städtebund-Fachausschusses für Integration und führt weiter aus: „Der Schlüssel zu einem positiven Miteinander und zum guten Zusammenleben ist die Chancengleichheit aller zu fördern. Die Diskussion um Integration ist eine Diskussion um sozialen Aufstieg.“ Die Stadt Wien setzt hier vor allem auf Beratung und ein umfassendes Niederlassungsbegleitprogramm. Durch ein vielfältiges Angebot an Beratungsstellen soll garantiert werden, dass ZuwanderInnen über ihre Rechte und Möglichkeiten Bescheid wissen – sie sollen von der Erstinformation über die berufliche Weiterbildung bis hin zur Anerkennung mitgebrachter Ausbildungen begleitet werden. Dafür setzt die Stadt seit Jahren beispielsweise das mehrfach ausgezeichnete Projekt „StartWien“ um. Außerdem entwickelt das forum wien.welt.offen, die Weiterentwicklung der Wiener Zuwanderungskommission, Strategien zur Integrations- und Diversitätspolitik der Stadt und zeigt damit auf, wie Zuwanderung optimal gestaltet werden kann. Bundesministerin Heinisch-Hosek sieht unverzichtbare Kompetenzen von Menschen  Migrationshintergrund und betont: „Ich möchte Mehrsprachigkeit als Chance begreifen und Migrantinnen besser fördern. Denn aktuell sind ein Drittel aller Migrantinnen unter ihrem Qualifikationsniveau eingesetzt, das soll sich ändern.“ Auch im Sozialministerium lanciert Bundesminister Rudolf Hundstorfer verstärkt Programme für MigrantInnen: „Wir stehen vor der Herausforderung, Bildungsbenachteiligungen sowie Bildungsabbrüche und die damit verbundene Ausgrenzungsgefährdung junger Menschen mit Migrationshintergrund noch stärker als bisher zu vermeiden. Um die Chancen am Arbeitsmarkt zu verbessern, wurde unter anderem das Programm Jugendcoaching ins Leben gerufen. Vorrangiges Ziel dabei ist es, ausgrenzungsgefährdete SchülerInnen möglichst lange zu einem Schulbesuch und einem Abschluss des gerade besuchten Schultyps zu motivieren. Produktionsschulen wiederrum bieten Förderung und Kompetenzentwicklung für Jugendliche in betriebsnahen Strukturen und bilden damit eine Brücke zwischen Schule und Arbeitswelt. All jene Jugendlichen, die keinen Ausbildungsplatz in einem Betrieb finden, können eine überbetriebliche Lehrausbildung absolvieren.“ Städte haben tragende Rolle Viele Städte und Gemeinden setzen erfolgreich eine Vielzahl von Integrationsprojekten um und profitieren von der kulturellen Vielfalt ihrer EinwohnerInnen.  „Die österreichischen Städte stellen sich gemeinsam den Herausforderung und leisten damit einen wichtigen Beitrag für ein friedliches Zusammenleben“, erklärt Städtebund-Generalsekretär Thomas Weninger. Informationen über den Österreichischen Städtebund Der Österreichische Städtebund ist die kommunale Interessenvertretung von insgesamt 246 Städten und größeren Gemeinden. Etwa 65 Prozent der Bevölkerung und 71 Prozent der Arbeitsplätze befinden sich in Österreichs Ballungsräumen. Mitglieder des Städtebundes sind neben Wien und den Landeshauptstädten praktisch alle Gemeinden mit über 10.000 EinwohnerInnen. Die kleinste Mitgliedsgemeinde zählt knapp 1.000 EinwohnerInnen. Die Mitgliedschaft ist freiwillig. Der Österreichische Städtebund ist Gesprächspartner für die Regierung auf Bundes- und Landesebene und ist in der österreichischen Bundesverfassung (Art. 115 Abs.3) ausdrücklich erwähnt. Rückfragehinweis für Medien: Mag. Silvia Stefan-Gromen
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