Städtebund: Integration passiert in Städten
Städtebund: Integration passiert in Städten
Presseaussendung vom 24. April 2012
Wien (OTS) „Alternde MigrantInnen“ und „neue Herausforderungen in Städten“ sind Thema des Eröffnungsvortrages von Peter Zeman, Senior Advisor des Deutschen Zentrums für Altersfragen beim Fachausschuss für Integration des Österreichischen Städtebundes am 23. und 24. April 2012 in Salzburg. „Mit der Anwerbung der sogenannten Gastarbeiter wurden vor über 50 Jahren die Weichen für Zuwanderung gestellt. Heute sind in vielen Kommunen ältere MigrantInnen die am schnellsten wachsende Zielgruppe der Alterns- und Integrationspolitik. Ihr Bedarf an Altenhilfe und Pflege nimmt stetig zu, aber der Zugang zu einer guten Versorgung ist ihnen oft verbaut. Es ist an der Zeit, die interkulturelle Öffnung der altersbezogenen Einrichtungen, Angebote und Leistungen besser durchzusetzen und die Partizipation älterer MigrantInnen an der kommunalen Zivilgesellschaft entschieden zu fördern“, betont Peter Zeman. Professor Christoph Reinprecht der Universität Wien bringt ein Zukunftsthema für Städte und Gemeinden auf den Punkt: „Die kulturelle Ausdifferenzierung des Alters ist eine der großen Herausforderungen. Gefordert sind zum einen soziale Dienste, Alten- und Pflegeeinrichtungen. Diese müssen sich strukturell an die veränderte Zusammensetzung der Bevölkerung anpassen und die wachsende Diversifizierung von Bedarfslagen und Bedürfnissen anerkennen. Gefordert ist zum anderen ein grundlegender Bewusstsein- und Mentalitätswandel. Alter und Migration ergeben keine neue Problemkategorie, sondern verweisen auf einen erheblichen Innovationsbedarf in unterschiedlichsten Bereichen unserer Gesellschaft. Die entscheidende Herausforderung für Städte und Gemeinden besteht deshalb darin, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen, die soziale und institutionelle Innovationen ermöglichen." Integrationsarbeit ist urbanes Phänomen „Eine ausgewogene Integrationspolitik, die Diversität fördert, ist uns sehr wichtig. Integration sollte nicht immer aus der Problemperspektive betrachtet werden. Vielmehr sollte die Vielfalt als Chance erkannt werden.“, sagt Thomas Weninger, Generalsekretär des Österreichischen Städtebundes und meint weiter: „Neue Untersuchungen zeigen, dass die Kosten der unzureichenden sozialen Integration unverhältnismäßig sind. Das ist ein brisantes Thema, das uns alle betrifft.“ Matthias Stadler, Bürgermeister von St. Pölten und Vorsitzender des Integrationsfachausschusses fügt hinzu: „Wir wissen, dass Integration vor Ort passiert und das Zusammenleben der Bevölkerung betrifft. Österreichs Städte und Gemeinden leisten hervorragen Integrationsarbeit, vor allem wenn man sich das finanzielle Korsett ansieht, das zur Verfügung steht. Und viele Städte und Gemeinden stellen sich bereits jetzt den sozialen und demografischen Herausforderungen der Zukunft.“ Zahlen, Daten, FaktenInsgesamt leben in Österreich rund 1,45 Mio. Menschen mit „ausländischer Herkunft“, was einen Anteil von 17,3% an der Gesamtbevölkerung ausmacht. Davon sind rund 188.000 Menschen, also knapp 13% älter als 65 Jahre. Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung ausländischer Herkunft in dieser Altersgruppe stammen aus einem anderen Mitgliedstaat der EU oder des EWR bzw. aus der Schweiz. Die Alterung zeichnet sich stärker bei der Bevölkerung österreichischer Herkunft ab: Zwischen 2001 und 2011 sind die Anteile der Bevölkerung von 65 und mehr Jahren von 16% auf 19% gestiegen. „Bei der Bevölkerung ausländischer Herkunft blieb dieser Anteil konstant, was vor allem auf Wanderungsüberschüsse in jüngeren Erwachsenenalter, aber auch auf Rückwanderungen im höheren Alter zurückzuführen ist, die bei Migranten aus der Türkei und dem ehemaligen Jugoslawien zu beobachten sind“, sagt Ina Jaschinski, Demographin der Statistik Austria. Informationen über den Österreichischen Städtebund Der Österreichische Städtebund ist die kommunale Interessenvertretung von insgesamt 246 Städten und größeren Gemeinden. Etwa 65 Prozent der Bevölkerung und 71 Prozent der Arbeitsplätze befinden sich in Österreichs Ballungsräumen. Mitglieder des Städtebundes sind neben Wien und den Landeshauptstädten praktisch alle Gemeinden mit über 10.000 EinwohnerInnen. Die kleinste Mitgliedsgemeinde zählt knapp 1.000 EinwohnerInnen. Die Mitgliedschaft ist freiwillig. Der Österreichische Städtebund ist Gesprächspartner für die Regierung auf Bundes- und Landesebene und ist in der österreichischen Bundesverfassung (Art. 115 Abs.3) ausdrücklich erwähnt.
Rückfragehinweis für Medien: Mag.a Silvia Stefan-Gromen Österreichischer Städtebund Rathaus, A-1082 Wien Telefon: +43(0)1/4000-89983 silvia.stefan-gromen@staedtebund.gv.at
