16 Tage gegen Gewalt an Frauen: Städte leuchten orange

16 Tage gegen Gewalt an Frauen: Städte leuchten orange

Aktionstage der städtischen Frauenbüros anlässlich der UN Women-Kampagne in ganz Österreich

 

„16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“ ist eine internationale Kampagne, die jedes Jahr von 25. November bis 10. Dezember stattfindet. Seit 2008 ist „Orange the world“ Teil der „UNiTE to End Violence against Women“-Kampagne des Generalsekretärs der Vereinten Nationen.  Auf der ganzen Welt nützen Fraueninitiativen den Zeitraum vom Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen (25. November) bis zum Internationalen Tag der Menschenrechte (10. Dezember), um auf das Recht auf ein gewaltfreies Leben aufmerksam zu machen. Österreich nimmt seit 1992 an der Kampagne teil.

„Gewalt ist immer eine Verletzung der persönlichen Grenzen und des Rechts, ohne Gewalt leben zu dürfen. Trotzdem kommt es in Österreich jeden Tag zu Gewaltverbrechen gegen Mädchen und Frauen. Die Frauenbüros der Städte wollen durch eine Kampagne einmal im Jahr aufrütteln und darauf hinweisen, dass keine einzige dieser Straftaten ist gerechtfertigt ist. Ziel von uns allen muss sein, Gewalt zu verringern, den Opfern zu helfen und ausreichend Präventions- und Aufklärungsarbeit zu leisten“, sagte Thomas Weninger, Generalsekretär des Österreichischen Städtebundes.

Jede fünfte Frau in Österreich von Gewalt betroffen

Jede fünfte Frau – also 20 Prozent der Frauen – ist ab ihrem 15. Lebensjahr körperlicher und/oder sexueller Gewalt ausgesetzt. Jede 3. Frau musste seit ihrem 15. Lebensjahr eine Form von sexueller Belästigung erfahren. Jede 7. Frau ist ab ihrem 15. Lebensjahr von Stalking betroffen.

2018 gab es laut polizeilicher Kriminalstatistik 41 Morde an Frauen. Beim überwiegenden Teil der Frauenmorde bestand ein Beziehungs- oder familiäres Verhältnis (z.B. Partner oder Ex-Partner) zwischen Täter und Opfer. 2018 wurden 8.076 Betretungsverbote von der Polizei verhängt. Ebenso wurden 2018 18.526 Opfer familiärer Gewalt von den Gewaltschutzzentren und Interventionsstellen betreut. 84 Prozent der unterstützten KlientInnen waren Frauen und Mädchen, 91 Prozent der Gefährder waren männlich.2018 haben 26 Frauenhäuser insgesamt 3.284 Personen betreut, davon waren 1.664 Frauen und 1.620 Kinder.

Anlaufstellen für Betroffene

Bei der österreichweiten Frauenhelpline gegen Gewalt 0800 / 222 555 finden Betroffene und ihr Umfeld an 365 Tagen im Jahr, rund um die Uhr, anonym, kostenlos und mehrsprachig Hilfe und Unterstützung. Die Frauenhelpline vermittelt zu Beratungsstellen und Frauenhäusern in ganz Österreich. www.frauenhelpline.at.

16 Tage Aktionen in Österreichs Städten

  • Das Frauenservice Graz startet gemeinsam mit dem Netzwerk der steirischen Frauen- und Mädchenberatungsstellen landesweit am 27.11. eine Kampagne zur Gewaltprävention  unter dem Titel „ES passiert, bevor ES passiert“, um Mädchen und Frauen und ihr soziales Umfeld auf mögliche „Vorzeichen“ von Gewalteskalation aufmerksam zu machen.
  • In Linz veranstaltet das Frauenbüro eine Kampagne, für die Sprechblasen, in denen Anti-Gewalt-Statements wie „Null Toleranz bei Gewalt gegen Frauen“  oder „Gewalt ist ein Zeichen von Schwäche“ oder „Echte Männer schlagen nicht“ an Firmen und Unternehmen verschickt wurden, die ab 25.11. sichtbar in Schaufenstern und im öffentlichen Raum affichiert werden. Mehr unter: www.linz.at/frauen/103988.php
  • In Salzburg erstrahlt das Schloss Mirabell von 27.11. bis 2.12. in Orange. Mit Filmabenden, Deeskalationsworkshops und einer Sicherheitskampagne begleitet das Frauenbüro der Stadt Salzburg die „16 Tage gegen Gewalt an Frauen 2019“. Mehr unter: www.stadt-salzburg.at
  • In der Stadt Villach werden zahlreiche Gebäude orangefarben erleuchtet, darunter einige Kirchen und das Verwaltungsgebäude des LKH Villach, in Kooperation mit dem Krankenhaus findet auch ein Fachtag gegen Gewalt an Frauen statt, der sich vor allem an medizinisches Personal richtet. Vizebürgermeisterin Gerda Sandriesser wird weitere Maßnahmen der Stadtverwaltung präsentieren.
  • In Wels werden schon am 22. November die Fahnen für ein gewaltfreies leben gehisst.  Am 4. Dezember, 19:00 Uhr findet ein Filmabend in Kooperation mit der Arbeiterkammer statt. Gezeigt wird der Film „Suffragette – Taten statt Worte“. Während des Aktionszeitraumes werden in Amtsgebäuden und anderen öffentlichen Gebäuden Sujets von Männern gezeigt, die sich mit ihrem Statement gezielt gegen Gewalt an Frauen aussprechen.
  • In Wiener Neustadt thematisiert das Frauenreferat auf das Thema Körperbildstörungen hin und veranstaltet am 29. November im Skyline Wiener Neustadt eine Filmvorführung mit anschließender Diskussion.
  • In Wien wird am 25. November um 10 Uhr von Frauenstadträtin Kathrin Gaal und Polizeipräsident Gerhard Pürstl, GemeinderätInnen und weiteren VertreterInnen die „Terre des femmes“-Fahne und die „White Ribbon“-Fahne am Wiener Rathaus gehisst – als Zeichen gegen Gewalt an Frauen.

Zum Frauenausschuss des Österreichischen Städtebundes

Im Frauen- Ausschuss des Österreichischen Städtebundes sind Politikerinnen und Frauenbeauftragte der Mitgliedsstädte vertreten. Ziel der Vernetzung ist es, die Situation der Frauen unmittelbar vor Ort zu verbessern. Erfahrungsaustausch und gemeinsame Aktionen, wie zum Beispiel ein österreichweites Pfeifkonzert gegen Gewalt an Frauen, Aktionen zum „Equal Pay Day“ und gemeinsam erarbeitete Resolutionen, machen den Frauenausschuss zu einer wichtigen Plattform für kommunale Frauenpolitik.

www.staedtebund.gv.at/frauen

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