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67. Städtetag: Arbeitskreis Big Data – Daten veröffentlichen oder schützen?

67. Städtetag: Arbeitskreis Big Data – Daten veröffentlichen oder schützen?

 

Im Arbeitskreis 2 wurde beim Städtetag unter dem Titel „Big Data – Goldesel der Zukunft“ intensiv über die Vorteile und Hemmnisse, aber auch über die finanziellen Aspekte von Big Data diskutiert. „Über welche Daten verfügt Ihre Stadt? Wissen Sie das?“ fragte zu Beginn der Veranstaltung Bernhard Krabina vom KDZ – Zentrum für Verwaltungsforschung.

   Er erstellte im Auftrag des Österreichischen Städtebundes das Arbeitspapier „Big Data und Österreichs Städte“, in dem er Grundlagen, Fragestellungen und Handlungserfordernisse der Städte in Bezug auf Big Data beschreibt.

    Er versucht eine Begriffsdefinition von „Big Data“ mittels der drei „V“: „Volume“ (Umfang der Daten), „Variety“ (Komplexität) und Velosity (Geschwindigkeit) – „die Städte sollten sich bewusst sein, dass es in Ihrem Interesse ist, vorhandene Daten auch zur Verfügung zu stellen.

    Tatsächlich hätten die meisten Stadtverwaltungen keinen Überblick, welche Daten überhaupt vorhanden seien. Der erste Schritt müsse daher sein, einmal eine genaue Aufstellung zu machen, so Krabina. Er empfiehlt, einen Datenkatalog zu erstellen, diesen zu bewerten und anschließend Strategien zu entwickeln.

    Als „die größte Umwälzung seit Gründung der Städte vor 500 Jahren“ bezeichnete Philipp Müller, Head of the Public Sector, DXC Technology die Digitalisierung.

    Er plädierte dafür, in drei Schritten vorzugehen: Umdenken – umsetzen – umsteuern, so Müller. „Städte sind auch nicht mehr als soziale Netzwerke. Vorhandene Daten sollten bewertet werden. Anschließend muss eine Strategie her, wie mit den Daten umgegangen werden soll“, so Müller.

    Martin Weichbold, Dekan der Universität Salzburg, stimmte seinen Vorgängern zu: „Durch Big Data sind riesige Umwälzungen im Gange, die noch lange nicht abgeschlossen sind“, so Weichbold. Er relativierte aber den Titelbegriff des Goldesels“, Big Data bringt Vorteile, aber eher im Sinne von mehr Lebensqualität und neuen Lösungsmöglichkeiten für bestehende Probleme“

    Helmut Spudich, Unternehmenssprecher T-Mobile plädierte dafür, Freiräume zu schaffen: „Mitte der 1990er hat es mit Autotelefonen begonnen, zehn Jahre später hat „jeder eines gehabt“. Die Entwicklung ist so rasant, auch die Kommunikations-Industrie wird oft von neuen Technologien überholt. Beispielsweise hat Whatsapp die SMS-Kommunikation abgelöst. Für die Städte heißt das: Es ist Führungsqualität gefragt, um immer neu reagieren zu können“, so Spudich.

    Elke Achleitner, Abteilungsleiterin Stadtvermessungsamt Graz: „Es ist wichtig für uns als Städte zu erkennen, dass wir eben kein finanzielles Interesse haben, sondern immer im Sinne der Bürgerinnen und Bürger agieren. Dennoch müssen wir aufpassen, dass wir nicht letztlich diejenigen sind, die viel Geld in die Hand nehmen müssen, um zu Daten zu kommen, die wir vielleicht selbst erheben oder erheben könnten. Die Bürgerinnen und Bürger vertrauen uns jedenfalls, dass wir sorgsam mit ihren Daten umgehen. Dieses Vertrauen müssen wir stärken“, so Achleitner.

    Michaela Ferk vom Know How-Center TU Graz betonte, dass in Bezug auf das Datenschutzgrundgesetz eine „enorme Verantwortung“ bei den Städten liegen: „Es ist oft nicht so leicht feststellbar, was personenbezogene oder anderwertig heikle Daten sind. Gleichzeitig drohen hohe Strafen bei Verstößen“.

    Diese Balance, möglichst umfassend Daten zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig auf Persönlichkeitsrechte zu achten, sei die Herausforderung für Städte und Gemeinden.

    Auch die Resolution, die am Donnerstag vom Städtetag beschlossen wurde, befasst sich schwerpunktmäßig mit Big Data.

Details unter: www.staedtetag.at

Das genaue Programm und weitere Informationen finden Sie unter: www.staedtetag.at .
Die RK wird laufend berichten.

Aktuelle Fotos zum Download unter: https://www.picdrop.de/markuswache/Staedtetag_2017

(Forts.) sas

Rückfragehinweise für Medien:

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