70. Städtetag: Fahnenübergabe an Villach, Podiumsdiskussion Jugendliche und Covid

70. Städtetag: Fahnenübergabe an Villach, Podiumsdiskussion Jugendliche und Covid

Abschlusstag in St. Pölten: Podiumsdiskussion "Jugend: Raus aus dem Krisenmodus", Rede des Generalsekretärs, nächster Städtetag 2022 in Villach

 

Heute, Freitag, endete der 70. Städtetag in St. Pölten – mit der Rede des Generalsekretärs des Österreichischen Städtebundes Thomas Weniger und einer prominent besetzten Podiumsdiskussion zum Thema „Jugend: raus aus dem Krisenmodus!“ mit unter anderem Paul Plener, Leiter der Universitätsklinik für Kinder und Jugendpsychiatrie am AKH Wien; Schulsozialarbeiterin Verena Prasek; Alexandra Schmidt von der Stadt Salzburg-Team Vielfalt; Patrik Degiacomi, Stadtrat für Bildung, Gesellschaft und Kultur in der Stadt Chur (Schweiz) und Fiona Herzog, Vorsitzende der Bundesjugendvertretung (BJV).

Generalsekretär Weninger appelliert an Zusammenhalt der Städte

„Die Corona-Krise hat eindrucksvoll belegt: Städte und Gemeinden sind in Krisenzeiten sichere Ankerpunkte für die Menschen“, hielt Städtebund-Generalsekretär Thomas Weninger in seiner Rede fest: „Es muss daher klar sein, dass wir gerade in Krisenzeiten dauerhaft finanziell handlungsfähig sein müssen“.

Weninger sagte weiter. „Die Kommunen müssen in der Lage bleiben, ihre Aufgaben in der Daseinsvorsorge zu erfüllen. Denn die Krise ist mit Hilfspaketen des Bundes nicht beendet -  neben dem Klimawandel und dem weiteren Ausbau des öffentlichen Verkehrs sind dies vor allem die Herausforderungen der demographischen Entwicklung und der Überalterung der Gesellschaft, im Pflegebereich brennt schon jetzt der Hut“, warnte Weninger. Er betonte die Bedeutung des Städtebundes für die kommunale Ebene: „Wir vertreten keine Einzelinteressen, wir sind die starke Stimme aller Städte und Gemeinden“, so Weninger. „Solidarität und der Zusammenhalt der Städte und Gemeinden ist die Stärke des Österreichischen Städtebundes.“

Jugendliche litten und leiden unter der Pandemie besonders

Paul Plener, Leiter der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am AKH Wien, betonte in diesem Punkt, dass er erstens „finanzielle Erwartungen“ habe; und zweitens Partizipationsmöglichkeiten sehr wichtig seien; diese müssten auch „formalisiert in die Gesetzgebung einfließen“. Dahingehend müsse es laut Plener eine „Generationenverträglichkeitsprüfung“ geben.

Verena Prasek, Schulsozialarbeiterin (Österreichisches Zentrum für psychologische Gesundheitsförderung im Schulbereich), betonte Schulsozialarbeit ist ein niederschwelliges Angebot, das ALLE Kinder-und Jugendliche erreichen kann, da alle Kinder und Jugendlichen in Österreich schulpflichtig sind. „Wir können Beziehung aufbauen und auch in schulfreien Zeiten in Beziehung bleiben und darüber können die Kinder und Jugendlichen bestmöglich unterstützt werden. Deshalb ist ein weiterer Ausbau der Schulsozialarbeit auch so wichtig“, so Prasek.

Alexandra Schmidt aus dem Team Vielfalt der Stadt Salzburg war die - körperliche oder auch sprachliche - Barrierefreiheit von Angeboten sehr wichtig. Sie appellierte aber auch an Männer, sich mit ihrer Rolle auseinanderzusetzen; und zum Beispiel gegen Sexismus aufzutreten.

Der Schweizer Stadtrat für Bildung, Gesellschaft und Kultur Patrik Degiacomi nannte niederschwellige Angebote in den Schulen, offene Kinder- und Jugendarbeit – vor allem auch dezentral und flächendeckend; zivilgesellschaftliche Angebote wie etwa Sport- und Freizeitmöglichkeiten und eben Partizipation als zentrale Forderungen.

Fiona Herzog, Vorsitzende der Bundesjugendvertretung, stellte abschließend die Frage, welche Priorität Jugendliche haben, so gebe es beispielsweise im österreichischen Nationalrat keinen eigenen Jugendausschuss. Selbstverständlich sprach sie auch die fehlenden finanziellen Ressourcen an und verlangte – akut – den Ausbau psychosozialer Angebote für Jugendliche, insbesondere eine höhere Anzahl von Kinder- und Jugendpsychiater*innen. Zuletzt verwiese sie auf die Kampagne der BJV „Die Krise im Kopf“, die kürzlich gestartet worden sei.

Fahnenübergabe an die Stadt Villach für den 71. Städtetag 2021

Städtebund-Präsident Bürgermeister Michael Ludwig bedankte sich zuletzt bei der Stadt St. Pölten für die Ausrichtung des Städtetages und dem Team des Österreichischen Städtebundes und der Stadt St. Pölten für die Organisation.

Anschließend erfolgte die Fahnenübergabe an die Stadt Villach in Kärnten. Villach ist die nächste gastgebende Stadt für den 71. Österreichischen Städtetag von 1.-3. Juni 2022.

Druckfähige Fotos zum Download unter: www.markuswache.com/archiv/staedtetag2021

Mehr Informationen unter: www.staedtetag.at oder www.stadtebund.gv.at

#staedtetag2021

Anschließend erfolgte die Fahnenübergabe an die Stadt Villach in Kärnten. Villach ist die nächste gastgebende Stadt des Österreichischen Städtetages 2022.

Druckfähige Fotos zum Download unter: www.markuswache.com/archiv/staedtetag2021

Fotocredit: Markus Wache/markuswache.com

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