Zentraleuropäische Gemeindeentwicklung

Zentraleuropäische Gemeindeentwicklung

Univ.-Prof. Dkfm. Josef Mugler, Stephan Loidl, Univ.-Ass. Matthias Fink, Richard Lang und Slawomir Teodorowicz: Zentraleuropäische Gemeindeentwicklung, Manzsche Verlags- und Universitätsbuchhandlung, 200 Seiten, 46 Euro, ISBN: 978-3-214-00515-3,

Titelbild des Buches "Zentraleuropäische Gemeindeentwicklung"

 

Wie können Gemeinden in Zentraleuropa günstige Rahmenbedingungen für die lokale Wirtschaftsstruktur schaffen? Was und wie können sie dabei voneinander lernen? In aufwändiger empirischer Detailarbeit haben die Autoren der vorliegenden Studie in Österreich, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Slowenien erhoben und analysiert:

  • Inhalte für einen Wissensaustausch zwischen den Gemeinden Zentraleuropas
  • Bedingungen, unter denen der Wissensaustausch funktionieren kann
  • Barrieren, die es dabei zu überwinden gilt  

2.000 Fragebögen wurden versandt und über 60 qualitative Interviews geführt. Die Analyse mündet in die Formulierung von 17 Thesen zur Übertragbarkeit österreichischer Erfolgsstrategien. Aus den identifizierten Defiziten wird Handlungsbedarf für Entscheidungsträger auf beiden Seiten der Grenze abgeleitet.  

Die Arbeit beschäftigt sich in erster Linie mit der Übertragbarkeit von Knowhow im Bereich wirtschaftspolitischer Maßnahmen auf Gemeindeebene über nationale Grenzen hinweg. Vor diesem Hintergrund müssen Gemeindekooperationen und Regionalpartnerschaften ein essentieller Bestandteil der nachhaltigen Kleinraumentwicklung werden, um Wettbewerbsvorteile aufzubauen und zu sichern.  

Die Integration in die Europäische Union stellt die neuen Mitgliedsstaaten in Mittel- und Osteuropa nicht nur auf gesamtstaatlicher Ebene vor große Herausforderungen, sondern muss für eine erfolgreiche Umsetzung auch von den Gemeinden mit geeigneten Strategien getragen werden. Dazu gehört auch die Schaffung von förderlichen Rahmenbedingungen für eine positive Entwicklung der Klein- und Mittelbetriebe vor Ort. Das unmittelbare wirtschaftliche, rechtliche und gesellschaftliche Umfeld, in dem Klein- und Mittelbetriebe tätig sind, erhält daher erhöhte Aufmerksamkeit in Politik und Forschung.  

Das Ergebnis dieser Studie macht deutlich, dass der Fokus der Regionalentwicklung verstärkt auf die Zusammenarbeit der kleinsten Einheiten (Städte und Gemeinden) gelegt werden muss. Hier setzen auch Initiativen der EU (z.B. LEADER+ oder INTERREG) an, die zudem die Einbindung zivilgesellschaftlicher Akteure in die Regionalentwicklung – neben Unternehmen und Gemeindeverantwortlichen – fördern. Die in dieser Studie vorgeschlagenen Maßnahmen können die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Entwicklung in einem gemeinsamen Wirtschafts- und Gesellschaftsraum schaffen. Einen wichtigen Beitrag dazu kann der gezielte Knowhowtransfer erfolgreicher wirtschaftsorientierter Maßnahmen auf kommunaler Ebene unter Berücksichtigung des lokalen Kontextes leisten. Den Weg für einen erfolgreichen, effizienten Knowhowtransfer zwischen Gemeinden soll das vorliegende Projekt mitbereiten.

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