Städtebarometer 2014

Städtebarometer 2014

Das Lebensgefühl in Österreichs Städten

 

Die Lebensqualität in der Wohngemeinde wird von der Bevölkerung wie auch in den letzten Jahren als sehr hoch eingeschätzt: Fast neun von zehn Befragten (87%) gaben im Jahr 2014 an, dass ihre Wohngemeinde eine hohe Lebensqualität bietet. Das ist eines der Ergebnisse, des jährlich erhobenen „Städtebarometer“ von SORA – Institute for Social Research. Weiterhin hoch ist auch die Zufriedenheit mit kommunalen Dienstleistungen: 

Jeweils neun von zehn Befragten sind mit der Trinkwasserversorgung (97 Prozent), der Abwasserentsorgung (93 Prozent) und der Müllentsorgung (92 Prozent) zufrieden.
Auch die Zufriedenheit mit dem Stadtbild (89 Prozent), der Gesundheitseinrichtungen (86 Prozent) den Angeboten für FußgängerInnen (87%) oder dem Radwegenetz (80%) und dem Öffentlichen Verkehr (78%) sind sehr hoch. Drei Viertel der Befragten sind außerdem mit den Sozialen Diensten, den Pflege- und den Kinderbetreuungseinrichtungen zufrieden. Vergleicht man die Zufriedenheit in kleineren und größeren Gemeinden, dann steigt beispielsweise die Zufriedenheit mit dem Öffentlichen Verkehr mit zunehmender EinwohnerInnenzahl. Während etwa in den kleinen Kommunen die Zufriedenheit bei 52% liegt, steigt sie in Wien auf 95%. Auch bei den Kinderbetreuungseinrichtungen, den Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen sowie den Soziale Diensten ist die Zufriedenheit der Bevölkerung in größeren Städten bzw. Gemeinden höher als in kleineren.
Die überwiegende Mehrheit der Befragten ist der Meinung, dass kommunale Dienstleistungen nicht an private Anbieter ausgelagert werden sollten, auch hier führen Trinkwasser, die Abwasserversorgung und die Gesundheitseinrichtungen die Reihung deutlich an. Abgefragt wurde auch der Zuzug in die Städte bzw. die Wanderungsbewegungen insgesamt. Rund vier von zehn Befragten ist erst im Laufe ihres Lebens in ihre aktuelle Wohngemeinde gezogen. Wer erst im Laufe de s Lebens zugezogen ist, kommt häufig aus einer kleineren Gemeinde oder Stadt in eine größere (63%). 26% sind aus einer größeren in eine kleinere Kommune übersiedelt, 11% kommen aus dem Ausland.

Zwtl.: Steigende Wohnkosten in urbanen Gebieten

Ein besonderer Schwerpunkt wurde bei der Befragung 2014 zum Thema „Leistbares Wohnen“ gesetzt. Die Befragten wurden gebeten einzuschätzen, wie sich die Kosten für Wohnen in ihrer Wohngemeinde in den letzten Jahren entwickelt haben:
Von Befragten, die in urbanen Gebieten leben (88%), wird häufiger ein Kostenanstieg im Bereich Wohnen konstatiert als von Befragten in ländlichen Gebieten (72%). Unabhängig davon, ob es sich bei der Wohngemeinde um eine eher ländliche oder urbane Gemeinde handelt, beobachten MieterInnen (90%) häufiger eine Kostensteigerung beim Wohnen als EigentümerInnen (77%).
Die beschriebenen Unterschiede zwischen Stadt und Land spiegeln daher einerseits einen Anstieg der Immobilienpreise in den Ballungsräumen wider, andererseits die strukturellen Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Wohnungsmärkten: Während es sich bei etwa zwei Drittel der Befragten in ländlichen Gemeinden um EigentümerInnen der von ihnen bewohnten Wohnung bzw. des von ihnen bewohnten Hauses handelt, sind das unter Befragten in urbanen Gemeinden nur ein Drittel der Befragten.

Zwtl.: Mehr als jede/r Zweite fühlt sich durch Wohnkosten belastet

Hinsichtlich der aktuellen Belastung durch die Wohnkosten gibt insgesamt etwas mehr als die Hälfte der Befragten (54%) an, sich durch die Kosten für Wohnen sehr oder ziemlich belastet zu fühlen. Etwa jede/r sechste fühlt sich sehr belastet. Je jünger die Befragten sind, desto eher fühlen sie sich durch die Wohnkosten belastet: 62% der unter 30-Jährigen geben an, sich sehr oder ziemlich belastet zu fühlen – gegenüber 43% der über 60-Jährigen.
Generell steigt das subjektive Belastungsgefühl – wie aufgrund des höheren Anteils an MieterInnen in größeren Kommunen zu erwarten – mit der Gemeindegröße: In Gemeinden mit bis zu 10.000 EinwohnerInnen fühlen sich 44% durch die Wohnkosten belastet, in Wien und in anderen Städten über 100.000 EinwohnerInnen 58%. 95% der Befragten sind der Meinung, dass es wichtig ist, dass es öffentlich geförderten Wohnbau gibt. Diese breite Zustimmung gilt für alle Alters- und Einkommensschichten. Nicht nur Befragten mit niedrigem und mittlerem Einkommen, auch Befragte mit hohem Haushaltseinkommen (91%) sehen die Notwendigkeit für öffentlich geförderten Wohnbau.

Zwtl.: Wohnzufriedenheit zentral für Lebensqualität

Insgesamt sind in den österreichischen Städten und Gemeinden neun von zehn Befragten mit der Wohnsituation zufrieden, jede/r zweite ist sogar sehr zufrieden.
Die Zufriedenheit mit der Wohnsituation steht also in engem Zusammenhang mit der Wahrnehmung der Lebensqualität in einer Gemeinde. Lesen Sie mehr unter: <link file:5691 _blank download>SORA Presseunterlage
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