Equal Pay Day

Equal Pay Day 2019: Verbesserung um einen einzigen Tag

Im Jahr 2019 fällt der Equal Pay Day, also jener Tag, an dem Vollzeit arbeitende Männer bereits das Jahreseinkommen von Vollzeit arbeitenden Frauen erreicht haben, auf den 21. Oktober. Oder anders ausgedrückt: An diesem Tag haben Männer bereits jenes Einkommen erreicht, wofür Frauen bis zum Jahresende noch arbeiten müssen. Oder nochmal anders: Österreichs Frauen arbeiten heuer im Verhältnis zu den Männern 72 Tage „gratis“. Im Jahr 2018 fand der österreichweite Equal Pay Day am 20. Oktober statt. Heuer gibt es eine minimale Verbesserung um einen Tag –immerhin. Die Ergebnisse klaffen regional weit auseinander.

Zwtl.: Details zum Equal Pay Day

Der Equal Pay Day vergleicht die Einkommen von durchgängig Vollzeit beschäftigten Männern und Frauen. Die Ergebnisse im Überblick:

Tabelle 1: Österreichweiter Equal Pay Day seit 2010

2010: 29. September
2011: 4. Oktober
2012: 6. Oktober
2013: 8. Oktober
2014: 10. Oktober
2015: 10. Oktober
2016: 11. Oktober
2017: 13. Oktober
2018: 20. Oktober
2019: 21. Oktober
Quelle: AK OÖ, Lohnsteuerstatistik, Statistik Austria

Tabelle 2: Equal Pay Day 2019 nach Bundesländern (in Klammer der Nachteil der Frauen- gegenüber den Männereinkommen in Prozent)

Vorarlberg:              23. September (-27,2%)
Oberösterreich:       5. Oktober (- 23,9 %)
Salzburg:                  10. Oktober (- 22,5 %)
Tirol:                         11. Oktober (-22,3 %)
Steiermark:             15. Oktober (-21,4 %)
Niederösterreich:   18. Oktober (- 20,3 %)
ÖSTERREICH          21. Oktober (- 19,7 %=Durchschnitt)
Kärnten:                   21. Oktober (- 19,6 %)
Burgenland:             22. Oktober (- 19,4 %)
Wien:                        9. November (- 14,5 %)
Quelle: AK OÖ, Lohnsteuerstatistik 2017, Statistik Austria

Zwtl.: Taschentücherboxen und Haushaltsplaner für gerechte Arbeit

Einer der Gründe für diese Unterschiede liegt in der immer noch ungleichen Beteiligung von Männern und Frauen an der unbezahlten Arbeit, aber auch an der Erwerbsarbeit. Männer landen oft in der Überstunden-, Frauen hingegen in der Teilzeitfalle. Während das durchschnittliche Bruttoeinkommen von Männern in Österreich bei 52.033 Euro liegt, verdienen Frauen durchschnittlich 41.785 Euro brutto im Jahr. Daraus ergibt sich ein Minus von 19,7 Prozent. Diese Einkommensunterschiede spiegeln sich auch später in der Pensionshöhe wider. Daher wurde vor vier Jahren analog zum Equal Pay Day auch der Equal Pension Day ins Leben gerufen.
Die Ursachen sind ident: etwa Teilzeitarbeit oder Unterbrechung der Erwerbsarbeit durch Karenzzeiten für Kindererziehung und Pflege. Je höher also das Stundenausmaß der Beschäftigung, umso höher später die Pension.
Um auf die Einkommensunterschiede aufmerksam zu machen, gibt es auch heuer wieder im Rahmen einer gemeinsamen Aktion des Frauenausschusses des Österreichischen Städtebundes, der AK und der ÖGB Frauen in vielen Städten Verteilaktionen auf der Straße.
Unter dem Motto „Es ist zum Heulen“ werden Taschentuchboxen verteilt. Ein gedruckter „Haushaltsplan“ ermöglicht Männern und Frauen, die Hausarbeit gerecht zu verteilen: mit Einheiten wie „Geschirrspüler einräumen“, „Wäsche waschen“ oder „Kochen“ werden die gemeinsamen Aufgaben transparent gemacht.
In Wien wird am österreichweiten Equal Pay Day am 21.10. zwischen 10 und 13 Uhr an einem Stand (Höhe Mariahilfer Straße 75-79) vom Frauenservice der Stadt Wien gemeinsam mit AK und ÖGB Infomaterial verteilt.

In vielen anderen Städten finden bereits am Wochenende Verteil-Aktionen statt.

 „Frauen in Österreich arbeiten heuer im Vergleich zu Männern im Durchschnitt 72 Tage unbezahlt. Diese aktuellen Zahlen zeigen deutlich, dass es noch viel zu tun gibt.
Wir sind nicht bereit, Jahrzehnte zu warten, bis Frauen Gleichstellung in der Arbeitswelt erfahren. Wir wollen die Lohnschere schließen.  Ein gerechter Lohn zählt zu den wichtigen Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben und für eine faire und gesicherte Pension. Das Ziel ist: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“, sagt die Vorsitzende des Frauenausschusses des Österreichischen Städtebundes, die Wiener Frauenstadträtin Kathrin Gaal.
„Es ist offensichtlich, dass Städte bessere Bedingungen für qualifizierte Beschäftigung und Karriere für Frauen bieten. Auch die Qualität der Kinderbetreuung ist ein wichtiger Faktor für Vollzeitbeschäftigung und damit für ein angemessenes Einkommen“, sagte dazu Thomas Weninger, Generalsekretär des Österreichischen Städtebundes. „ Erst wenn der Equal Pay Day zu Silvester stattfindet, haben wir das Ziel erreicht“, so Weninger.

2019_EPD_Bezirke bundesweit 1

2019_EPD_Bezirke bundesweit 2

2019_EPD_Bundesländer

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