Freiwilligenjahr

Europäisches Jahr der Freiwilligentätigkeit 2011

2011 wurde zum Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit ernannt. Es soll damit den ehrenamtlich Tätigen in ganz Europa Tribut gezollt werden. Dieser Schwerpunkt soll aber ebenso dazu genützt werden, die Freiwilligenarbeit zu reflektieren und durchaus auch ein kritisches Hinterfragen zu ermöglichen.

Trotz nicht gerade voller Taschen befinden sich der öffentliche Sektor und vor allem die kommunale, bürgerInnennäheste Ebene im Wandel von einer reinen Verwaltung hin zu einer treibenden Kraft aktiver Teilhabe von BürgerInnen. Dabei werden vor allem auch Themen wie (zivil)gesellschaftliches Engagement, Partizipation sowie der Ausbau demokratischer Strukturen verstärkt in den Vordergrund gerückt. Themen, die besonders durch freiwillige Aktivität gekennzeichnet sind.

Zahlen und Daten zur Freiwilligentätigkeit in Österreich
43,8% der österreichischen Bevölkerung engagieren sich freiwillig. Dabei werden wöchentlich knapp 14,7 Millionen Stunden aufgewendet, was dem Arbeitsvolumen von ca. 425.000 Vollzeiterwerbstätigen mit einer 40 Stunden Woche entspricht. Unterschieden wird zwischen der formellen und informellen Freiwilligenarbeit. Formell bedeutet hierbei über eine Organisation freiwillig tätig zu sein, während informelle Freiwilligkeit direkt erbracht wird, meist in Form von Nachbarschaftshilfe.

Abbildung 1: Übersicht freiwilliges Engagement in Österreich
Quelle: Freiwilliges Engagement in Österreich. 1. Freiwilligenbericht, Zusammenfassung, S.5.

Vor allem jene Bevölkerungsgruppen die sozial besser gestellt sind engagieren sich häufiger freiwillig. Dies ist vor allem auf bessere Netzwerke und soziale Strukturen zurück zu führen. Erwerbstätige als auch StudentInnen und SchülerInnen beteiligen sich am stärksten an der Freiwilligenarbeit.

Abbildung 2: Beteiligungsquote nach Erwerbsstatus
Quelle: Freiwilliges Engagement in Österreich. 1. Freiwilligenbericht, Zusammenfassung, S.9.

Des Weiteren liegt auch ein geschlechterspezifischer Unterschied vor: 47,1% der Männer engagieren sich freiwillig, im Vergleich zu 40,7% der Frauen. Der am häufigsten genannte Grund nicht freiwillig tätig zu sein ist jener, mit der Erfüllung familiärer Aufgaben ausgefüllt zu sein. Darauf ist auch die niedrigere Beteiligungsquote von Frauen im Vergleich zu Männern zurückzuführen.

Abbildung 3: Beteiligungsqoute von Frauen und Männern
Quelle: Freiwilliges Engagement in Österreich. 1. Freiwilligenbericht, Zusammenfassung, S.11.    

Freiwilligkeit in Österreichs Städten
Auch Österreichs Städte fördern freiwilliges Engagement der Bevölkerung. Durch diverse Projekte werden Anreize gesetzt, das zivilgesellschaftliche Engagement sowie die Partizipation und Teilhabe an der Gesellschaft zu erhöhen.

Bregenz setzte beispielsweise das Projekt „Bre!Ak“ (Bregenz aktiv) in Gang, wodurch das Interesse von Jugendlichen sich sozial zu engagieren, gesteigert werden soll. Hierbei wird jungen Menschen die Möglichkeit geboten, sich freiwillig in sozialen Einrichtungen zu engagieren. Dabei werden Punkte gesammelt die dann in attraktive Gutscheine (Kinobesuche, Hallenbadeintritte, Pizzagutscheine...) umgetauscht werden können.

Salzburg startete das „Freiwilligen Netzwerk in Salzburg“ und will dadurch vor allem ältere Menschen vor Vereinsamung sowie Altersdiskriminierung schützen und wieder zurück ins aktive Leben holen.
Ein weiteres Projekt der Stadt Salzburg sind die „BewohnerserviceStellen“, die vor allem auf bürgerliches Engagement und Gemeinwesenarbeit abzielen. Dabei soll die Partizipation und Integration im jeweiligen Stadtteil gestärkt werden. Verschiedenste Projekte wie etwa Deutschkurse, Computer Erste Hilfe Kurse, Freizeitgruppen für über fünfzig Jährige usw. wurden bereits realisiert.

Freiwilliges Engagement wird auch in Kapfenberg großgeschrieben. Neben einer „Freiwilligenbörse für den Sozial- und Gesundheitssprengel“ gibt es auch ehrenamtlich geleitete „PC Kurse für Anfänger“. Des Weiteren erscheint 3-mal jährlich die „ Kapfenberger SeniorInnenzeitung“ für SeniorInnen die rein durch freiwilliges Engagement erstellt wird. Zudem besteht bereits seit 1998 eine „Wandergruppe für SeniorInnen“ die mehrmals im Jahr mit WanderführerInnen verschiedene Wanderungen durchführt. Neben den Tagesausfahrten gibt es auch einmal jährlich eine 4-Tageswanderung, ein Stockschießen im gemütlichen Beisammensein und in der Weihnachtszeit Adventwanderungen. Ein weiteres Projekt in Kapfenberg ist „respect“. respect zielt darauf ab, das Engagement von Jugendlichen und SeniorInnen in sozialen Einrichtungen zu steigern. Ähnlich wie in Bregenz gibt es auch hier ein Punktesystem wodurch die freiwillige Arbeit in Preisnachlässen bei Kooperationspartnern eingetauscht werden kann. Das viele Engagement für SeniorInnen wurde Kapfenberg auch angerechnet. 2004 wurde die Stadt von der Volkshilfe zur „seniorenfreundlichen Gemeinde“ gewählt.

 

Weitere Informationen
Bre!Ak Information
Folder
Freiwilligen Netzwerk in Salzburg Information
Folder Salzburg Süd
Folder Salzburg Nord
BewohnerserviceStellen der Stadt Salzburg Information
Information zu den Projekten in Kapfenberg
1. Freiwilligenbericht - Langfassung
1. Freiwilligenbericht - Zusammenfassung

weitere Links zur Freiwilligenarbeit:

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